Ferien im Erzgebirge: Großer Andrang abseits der Becken

Für Abstecher ins Freibad ist der diesjährige Sommer nicht immer geeignet. Dafür freuen sich andere Einrichtungen über regen Betrieb, wie das Wochenende erneut gezeigt hat.

Gelenau/Gornau/Scharfenstein.

Viel hatte Jens Beyer am Samstag nicht zu tun. "Die Bedingungen waren nicht die besten", sagt der Gornauer Schwimmmeister, der an diesem Tag lediglich 113 Besucher begrüßen konnte. Neben den Wolken dürfte auch die Wassertemperatur dafür verantwortlich gewesen sein. "Weil es nachts so kühl ist, kommen wir nicht über 22 Grad Celsius hinaus." Zum Vergleich: Vor zwei Jahren vermeldete Beyer einen Rekord von 27 Grad, dementsprechend groß war auch der Andrang. Doch dieser Sommer ist - badetechnisch gesehen - eher trist. Bei knapp 300 Gästen liegt der bisherige Höchstwert im Gornauer Freibad, das wegen des morgendlichen Regens am Sonntag sogar geschlossen blieb.

In Gelenau öffnete Michel Weber dagegen mittags die Pforten. "Einige hart gesottene Schwimmer sind auch gekommen", berichtet der Bademeister. An den beiden Tagen zuvor sei das Erlebnisbad aber nahezu ausgelastet gewesen. 250 Gäste dürfen wegen der Corona-Beschränkungen derzeit rein. Dass das Potenzial besser ausgeschöpft wird als in anderen Badeeinrichtungen, könnte am beheizten Becken liegen. Mit Sicherheit tragen aber auch die umliegenden Einrichtungen dazu bei. So sind die im Freibadgelände befindlichen Hütten laut Bürgermeister Knut Schreiter bis Ende August fast komplett ausgebucht. Auch auf dem Wohnmobil-Stellplatz herrsche viel Betrieb - genau wie auf der nahe gelegenen Coaster-Bahn.

"Seit die Ferien begonnen haben, geht es auch wochentags zu wie an den Wochenenden", sagt Mitarbeiter Toni Backhaus. Etwa 150 Leute pro Tag kann er inzwischen auf der sommerlichen Rodelbahn begrüßen. "Das Schöne ist, dass die Bahn durch den Wald führt", sagt die Langhennersdorferin Claudia Matthes, die mit ihrer Familie einen Tagesausflug unternahm. Auch Kurgäste aus Thalheim nutzten die Coaster-Bahn - und waren außerdem auf der Burg Scharfenstein anzutreffen. Ramona Schroth aus Heidenau, die mit ihren beiden Kindern gerade eine Mutter-Kind-Kur in der Drei-Tannen-Stadt absolviert, freute sich zum Beispiel über die dortige Sandmännchen-Ausstellung, die am Sonntag sehr gut besucht war. Anders als im Freibad spielt das Wetter hier keine Rolle. Wie auch bei den anderen Tagesausflügen, die die Heidenauerin für die Kur geplant hat. Der Fichtelberg und der Auer Tierpark waren schon dran - und bald geht's zu den Räucherkerzchen.

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