Feuerwerks-Profi investiert Millionenbetrag in Firmenausbau

Eine jahrelange Suche endet. Andreas Voigt vergrößert seinen Betrieb. Und bleibt dem Erzgebirge treu. Dabei wäre ein Standortwechsel günstiger gewesen. Er entschied sich dagegen. Aus einem ausschlaggebenden Grund.

Kühnhaide/Reitzenhain.

Bis unter die Decke stapeln sich die Kisten bei Andreas Voigts Firma in Kühnhaide. Ihr Inhalt: explosiv. Der Geschäftsführer und sein Team von Blackboxx Fireworks haben sich als Experten für Feuerwerk europaweit einen Namen gemacht. Und das Geschäft boomt. Deshalb sucht der Unternehmer schon seit Jahren nach einer Möglichkeit zu expandieren. Nun endlich mit Erfolg.

Der Pyrotechnik-Profi hat ein geeignetes Grundstück gefunden, um seinen Betrieb vergrößern zu können. Geplant ist eine neue Lagerhalle im benachbarten Reitzenhain. Voraussichtliche Kosten: 3,5 Millionen Euro. "Aktuell haben wir etwas mehr als 600 Produkte im Sortiment. Mit den neuen Lagerflächen soll das Angebot auf künftig 800 Artikel anwachsen", sagt Voigt. Mit der Investition erhofft er sich Umsatzsteigerung, Festigung der Wettbewerbsfähigkeit und zusätzliche Flexibilität am Markt. In den Vorjahren betrug der Umsatz stabil zwischen 3,2 und 3,4 Millionen Euro jährlich.

Ebenfalls wachsen soll das Team: genau genommen um einen Angestellten auf elf Mitarbeiter. Sie sind auch der ausschlaggebende Grund, weshalb sich Voigt gegen einen Standortwechsel entschieden habe, obwohl ein kompletter Umzug deutlich günstiger gewesen wäre, betont der Geschäftsführer: "Wir hätten beispielsweise in Brandenburg ein altes Militärgelände günstig erwerben können. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden - wegen der Mitarbeiter. Sie stammen alle aus der unmittelbaren Umgebung. Einen solchen Schritt hätten sie nicht verdient."

Auch deshalb suchte Voigt bereits seit 2012 nach einem Grundstück in der Nähe des Hauptsitzes, an dem eine Erweiterung nicht möglich ist. Nun ist er fündig geworden. In Reitzenhain soll eine 3800 Quadratmeter große Halle entstehen - inklusive Lkw-Laderampe und eigenem Feuerlöschteich. An dem Standort soll künftig die explosive Ware gelagert werden. Dazu zählen neben den Feuerwerk-Artikeln auch Airbags und Gurtstraffer - Gefahrgut für die Automobilindustrie. "Dadurch ermöglichen wir kurze Wege für die Automobilzulieferer in der Region", sagt Voigt zum neuen Firmenstandbein. Vor Ort am Hauptsitz werde sich indes wenig ändern. In Kühnhaide sollen lediglich zusätzliche Büros entstehen. Eine kleinere Lagerfläche bleibt erhalten. Auch für den Vor-Ort-Verkauf für Privatkunden vor Silvester.

Die Marienberger Stadträte haben dem Bauantrag für die Firmenerweiterung im Technischen Ausschuss schon einstimmig stattgegeben. "Die Stadt hat das Vorhaben von Beginn an positiv begleitet. Wir können stolz darauf sein, dass die Firma nicht weggezogen ist", sagt Oberbürgermeister André Heinrich und betont, dass Voigt als Antragsteller nicht zu beneiden sei. Aufgrund der explosionsgefährdenden Ware war der Bauantrag noch komplizierter. Zahlreiche Berechtigungen verschiedener Behörden mussten eingeholt werden.

Trotzdem erwartet Voigt in der weiteren Genehmigungsphase keinen Gegenwind mehr. Erst vergangene Woche habe er nochmals Gespräche mit der Landesdirektion geführt. "Es wurde begrüßt, dass wir uns dieses Gelände ausgesucht haben. Wir müssen nicht in die Natur eingreifen, da das Grundstück schon als Gewerbefläche genutzt wird", sagt der Unternehmer. Zudem können in Reitzenhain alle Richtlinien und Mindestabstände eingehalten werden. Deshalb seien keine relevanten Widersprüche zu erwarten.

Läuft alles nach Plan, könnte im Januar die endgültige Genehmigung vorliegen. Je nach Wetterlage soll anschließend der Baustart erfolgen. Die Fertigstellung ist für Oktober/November 2019 vorgesehen. "Spätestens im ersten Quartal 2020 wollen wir die neue Lagerhalle nutzen können", erklärt Voigt. Der Chef der Feuerwerks-Profis legt sich ebenfalls fest, dass es in den nächsten Jahren keinen weiteren Firmenausbau geben wird: "Mit der Millioneninvestition ist in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit das Ende der Fahnenstange erreicht."


27 Jahre Erfahrung und Tradition aus dem Erzgebirge

Hinter Blackboxx Fireworks verbirgt sich ein Feuerwerk-Hersteller mit Hauptsitz in Kühnhaide. Die Firma hat eine lange Tradition. 1991 baute Geschäftsführer Andreas Voigt den gleichnamigen Betrieb Voigt-Pyrotechnik auf. Seitdem wächst die Firma stetig. 2006 wurde parallel zum Einzelunternehmen die GmbH Blackboxx Fireworks gegründet.

Die Erzgebirger entwickeln ihre Produkte selbst in Kühnhaide, produziert werden sie anschließend in China. In der für ihre Feuerwerksfabriken bekannten Millionenmetropole Liuyang betreibt die Firma seit 2007 zusätzlich ein eigenes Büro. In diesem Jahr ist ein Prüfgelände in der Volksrepublik hinzu gekommen. Zwischengelagert werden die Produkte auch nach der Firmenerweiterung weiterhin im sächsischen Torgau.

Zu den Kunden der Pyrotechniker gehören vorwiegend Großfeuerwerker und Händler. Geliefert wird europaweit. Seit 2012 baut das Unternehmen sein Angebot für das private Feuerwerk aus. Das Sortiment in Kühnhaide umfasst aktuell 600 Artikel für Profis und Hobbyfeuerwerker.

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