First Lady zu Gast im Alltag

Seit 2018 ist Elke Büdenbender die Schirmherrin eines Integrationsprojekts. Um davon einen tieferen Eindruck zu bekommen, schaute die Ehefrau des Bundespräsidenten in Zschopau vorbei.

Zschopau.

Obwohl Ammar erst seit wenigen Jahren in Deutschland lebt, spricht er schon sehr gut Deutsch. "Es ist ein komisches Gefühl", sagt der 16-jährige Syrer. Einerseits wünscht er sich, dass der Krieg in seiner Heimat endlich vorbei ist. Zum anderen helfe ihm genau dieser Umstand, dass die Waffen noch nicht ruhen, um in Deutschland leben und lernen zu dürfen. Mit wenigen Worten bringt es Ammar in der Zschopauer Nexö-Oberschule - dort, wo er sich jeden Tag ein Stück mehr auf sein neues Leben einstellt - auf den Punkt. Kein Zeichen von Nervosität, obwohl ihm Prominenz gegenübersitzt.

Neben dem sächsischen Kultusminister Christian Piwarz ist die First Lady Deutschlands gekommen, Elke Büdenbender. Grund für den Abstecher, den die Ehefrau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Erzgebirge unternommen hat, ist ihre Rolle als Schirmherrin von Teach First Germany. Zu der Bildungsinitiative gehören verteilt auf acht Bundesländer rund 140 sogenannte Fellows, die sich an Schulen für die Integration von Kindern und Jugendlichen einsetzen. Eine der 38 sächsischen Lehrkräfte ist Wilma Bräutigam, deren Kreativität, Einsatzbereitschaft und Geduld seit Schuljahresbeginn an der Nexö-Schule gefragt ist.


"Manchmal bin ich mit den Lehrern gemeinsam im Unterricht. Es gibt aber auch extra Fördergruppen, in denen ich Schüler gezielt unterstütze", erklärt die Diplom-Kunstpädagogin. Die Spanne ist breit und reicht von Neuankömmlingen, die erst einmal wichtige deutsche Begriffe lernen müssen, bis hin zu Schülern wie Ammar, die längst im Alltag angekommen sind. Schwebedeckel zu werfen hilft letzteren, Kontakte zu knüpfen. Schließlich gehören zur Ultimate-Frisbee-Arbeitsgemeinschaft, die Wilma Bräutigam ins Leben gerufen hat, auch deutsche Schüler. Auch sonst organisiert sie viele Projekte und Workshops, um die Integration der Flüchtlingskinder voranzutreiben.

Die drei Stunden, in denen die Gäste am Montagvormittag zu Gast waren, reichten zumindest für einen kleinen Eindruck. "Hier wird tolle Arbeit geleistet", sagt Elke Büdenbender. Damit meint sie das Engagement von Wilma Bräutigam ebenso wie die Entwicklung von Ammar, dessen Zwiespalt die First Lady absolut nachvollziehen konnte. Ebenso wie Christian Piwarz, der dem jungen Syrer eine mögliche Lösung präsentierte. "Spurwechsel" heißt der politische Begriff, mit dem der Übergang vom Flüchtlingsstatus hin zum Fachkräftestatus gemeint ist.

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