Flaniermeile von Stollberg in Planung

Die Große Kreisstadt will ihre schönen Orte im Zentrum verbinden. Ein Gewässer spielt dabei eine wichtige Rolle. Und dennoch ist es nur Teil eines größeren Plans.

Stollberg.

Orte am Wasser haben gemeinhin einen besonderen Reiz. Nicht nur, aber besonders in den warmen Monaten. Wohl der Stadt also, die ein Gewässer in der Nähe des Zentrums vorweisen kann. Das möchte sich auch Stollberg zunutze machen. Zugegeben, der Gablenzbach ist nicht die Mulde. Doch Stollberg ist auch nicht Zwickau. In Stollberg zählt das Motto "klein, aber fein". Eine idyllisch an einem liebevoll bepflanzten Gässchen gelegene Fußgängerbrücke, eine schöne Sichtachse in Richtung Rathaus und St.-Jakobi-Kirche, aber auch Orte, an denen Bürger Ruhe finden: Solche Orte sind für die Planer im Rathaus Perlen. Perlen, die mitunter von der Bevölkerung oder Gästen der Stadt kaum gewürdigt werden. Das zu ändern, ist das Ziel des Projektes "Gablenzbach-Perlen" mit dem sich Stollberg am Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" beteiligt.

Es geht darum, die vorhandenen Freiräume zwischen Wattsteig am Kreiskrankenhaus und Walkteich zu verbinden. "Wir haben auf dieser Strecke viel zu bieten, das wollen wir nun ins Bewusstsein holen", erklärt Nora Preuß aus dem Rathaus die Ideen. "Ich denke vor allem an die vielen Brücken in Innenstadtnähe", sagt Preuß. Aber auch schöne Aussichten, kleine Ruhezonen oder Parks gehören zu Stollbergs Perlen. Rad- und Fußwege sollen diese künftig verbinden. Diese Wege könnten auf den bestehenden Straßen entlang des Gablenzbaches markiert werden. "Wir möchten aber auch dazu anregen, diese Wege zu verlassen", beschreibt Preuß. Perspektivisch kann diese Achse auch dazu dienen, die Ortsteile besser an das Zentrum anzubinden.

Vor allem die Überquerung der B169 in Richtung Mitteldorf ist den Verantwortlichen ein Bedürfnis. Mobilität hat sich Stollberg ohnehin auf die Fahnen geschrieben. Ein entsprechendes Konzept wird mit Partnern erarbeitet und soll Ende Oktober fertig sein.

Kernstück des aktuellen Wettbewerbsbeitrages ist die kleine Fußgängerbrücke des Kirchgässchens gegenüber der Firmeneinfahrt von Murr-Elektronik. Dort ist eine Bank mit Pergola vorgesehen; ein Ort zum Verschnaufen oder für die Mittagspause. "Ich kann mir auch vorstellen, dass wir an dieser Stelle eine breite Treppe an den Gablenzbach errichten, um die Aufenthaltsqualität dort zu erhöhen", ergänzt Oberbürgermeister Marcel Schmidt. "Vielleicht ist auch eine kleine Einbuchtung direkt am Gewässer möglich. Eine Art Hafen für Spielzeugschiffe, damit die Kinder dort spielen können."

Die Aufwertung dieses Ortes soll eine Initialzündung für das Gesamtprojekt sein. Für den investiven Teil rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von ungefähr 100.000 Euro. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Der Bachlauf soll auch mit Veranstaltungen belebt werden. Im Raum stehen ein offener Flohmarkt entlang des Gablenzbaches und ein Kinoabend unter freiem Himmel. Diese Veranstaltungen sind für Ende des Sommers 2019 vorgesehen.

Stollberg gehört beim Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" zu den Kommunen der ersten Stunde. Bisher sind dabei ein Anerkennungspreis und zwei Sonderpreise herausgesprungen. "Uns geht es allerdings nicht so sehr um die Preise. Vielmehr ist der Wettbewerb für uns ein Anreiz, Ideen zu entwickeln", sagt Schmidt. "Selbstredend schauen wir auch auf die Beiträge der anderen Wettbewerbsteilnehmer und lassen uns inspirieren."

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