Fleißige Helfer spülen im Akkord

Advent Hektik statt vorweihnachtliche Gemütlichkeit, Arbeitsstress statt Besinnlichkeit. Wie kommt bei Erzgebirgern trotzdem Vorfreude auf? Heute: die Tassen-Reiniger.

Schwarzenberg.

Es ist wie ein Saunabesuch, nur ohne Erholungseffekt: Feuchte Wärme steht im Raum, die drei Geschirrspüler laufen permanent; dazwischen wuseln Mandy Windisch und Ellen Kretschmann hin und her. Ihre Hände fliegen. Entweder packen sie schmutzige Tassen in die Körbe oder sie nehmen frisch gespülte und heiße Tassen wieder heraus.

Die beiden Frauen gehören zu den vielen Helfern hinter den Kulissen des Schwarzenberger Weihnachtsmarktes. Sie spülen im Akkord die beliebten Weihnachtstassen, aus denen die Marktbesucher Glühwein und andere heiße Getränke schlürfen. "In der Frühschicht sind wir zu zweit, nachmittags dann zu dritt und an Wochenenden noch mehr", sagt Mandy Windisch, die sonst im Bauhof der Stadt tätig ist. Die Waschküche befindet sich im hinteren Teil der Stadtinformation. "39 Händler holen sich Tassen, und 31 Händler lassen sie von uns auch aufwaschen", sagt Kerstin Schmiedel vom Gewerbeamt der Stadt. Nur einige wenige spülen die Tassen an den Ständen.

48 Tassen passen in eine der großen Plaste-Transportkisten. Und diese holen und bringen die Händler zur Waschküche. Da findet der schnelle Wechsel statt. Abstellen und eine Kiste mit sauberen Tassen wieder mitnehmen. "Am Wochenende ist so viel los, da müssen Händler manchmal sogar warten", berichtet Mandy Windisch. Und obwohl sie schwitzen und es wirklich eine körperlich schwere Arbeit ist - es macht ihnen Spaß, sagen die Frauen.

Morgens 9 Uhr geht's los. Da werden die Reste des Vorabends gesäubert. "Aber was manchmal so in den Tassen steckt, ist schon irre", verrät Ellen Kretschmann. Papier, Essensreste, Kronkorken, zählt sie als Beispiele auf. Angeschlagene Tassen werden aussortiert. Derzeit sind gut 17.500 Tassen im Umlauf. Für die Händler ist das Tassen-Waschen ein kostenfreier Service der Stadt, die eigentlich keine Papp- und Plastebecher auf dem Markt haben will. Seit 1994 gibt es die Porzellantassen, seit 1995 sogar mit individuellen Motiven des Schwarzenberger Karikaturisten Ralf Alex Fichtner. Dieses Jahr ist die türkisfarbene Tasse mit dem Herrenhof dran. 2020 wird es das 25. Motiv geben. Und es gibt viele Schwarzenberger, die haben noch alle Tassen im Schrank.

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