Fotografien lassen das alte Zschopau wieder aufleben

Die Motorradstadt in Bildern und das alles in einem Buch - dessen Vorstellung war schon vor drei Wochen ausverkauft.

ZSCHOPAU.

"Historisches und altes Zschopau" nennt sich eine Facebook-Gruppe, die sich mit der Stadt und ihrer Vergangenheit beschäftigt. In regelmäßigen Abständen posten dort Zschopauer und inzwischen Weggezogene alte Aufnahmen und kommentieren deren historischen Bezug. Hauptinitiator ist Carsten Beier. Der Zschopauer ist im Besitz einer umfangreichen Sammlung von Fotografien, historischen Dokumenten und lithografischen Papieren, die der Hobby-Historiker nun zu einem Buch zusammengefasst hat. Am Donnerstag wurde "Zschopau in alten Fotografien" vor rund 100 Gästen im Grünen Saal von Schloss Wildeck vorgestellt.

Seit drei Wochen ausverkauft, zeugte die Buchpräsentation vom großen Interesse der Einwohner für die Geschichte ihrer Stadt. "Gern wäre ich in einen größeren Saal ausgewichen", resümiert der 36-Jährige und ist auch schon beim Thema. "Doch der Goldene Stern, die Stadthalle oder das Meisterhaus stehen uns heute nicht mehr zur Verfügung." Auch andere Gebäude, an die der Autor mit rund 160 Schwarz-Weiß-Aufnahmen erinnert, fehlen heute im Stadtbild oder haben ihr Äußeres so verändert, dass junge Menschen sie nicht wiedererkennen.


Gut vorbereitet war Carsten Beier auf seinen großen Auftritt. Als sicherer Moderator und überzeugender Historiker erklärte er die Fotoauswahl in seinem Buch an der Leinwand, gab ausführliche Erklärungen, ohne in besserwisserische Langatmigkeit zu verfallen und erklärte nicht nur das Abgebildete, sondern auch den urbanen Zusammenhang der einzelnen Gebäude, Straßen und Plätze. Dass er sich mit ihnen ausführlich beschäftigt hat, zeigten bereits zu Beginn seines Vortrages die Ausführungen zum Titelbild, eine Fotografie vom Wahrzeichen der Motorradstadt mit einem pompösen Festumzug über die Zschopaubrücke. Dem Hinweis auf der Rückseite "Schul- und Heimatfest 1906" traute Beier nicht, erkannte das viel später errichtete Relief von Jacob Georg Bodemer am Aufgang zum Schloss und ordnete das Bild dem Jahr 1913 zu. "Im Oktober dieses Jahres feierten die Zschopauer 100 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig."

Vor mittlerweile 25 Jahren hat Carsten Beier mit dem Sammeln alter Zschopau-Fotos begonnen. "Auslöser war die 700-Jahr-Feier der Stadt", erinnert er sich an den historischen Bezug, den viele Schaufensterauslagen damals dem Jubiläum widmeten. "Ein Koffer voller Familienbilder und alter Postkarten von meinem Urgroßvater waren mein Startkapital."

Auf einigen Aufnahmen ist immer wieder der Name Adolf Zierold zu lesen. Älteren Zschopauern ist der Fotografenmeister als unbestechlicher Zeitzeuge mit der Kamera heute noch ein Begriff. Seine gestochenen Aufnahmen in Schwarz-weiß oder gelbbraunem Sepia bilden einen Teil des Materials. "Auch die Entstehung des Fotobandes selbst steht in Zusammenhang mit dem Familienunternehmen Zierold", erklärt Carsten Beier und begrüßte im Publikum dessen Urenkel Frank Palmowski. Unter der Führung des Erfurters entstand im Sutton-Verlag ein Bildband über die thüringische Landeshauptstadt in den 1950er- und 1960er-Jahren. Palmowski war es auch, der dem Verlag Carsten Beier als Autor für einen geplanten Bildband von Zschopau mit Aufnahmen aus der Zeit von 1870 bis 1970 vorschlug.

Der Bildband "Zschopau in alten Fotografien", Hardcover, 128 Seiten und rund 160 Abbildungen ist für 19,99 Euro im "Freie Presse"-Shop in Zschopau, Ludwig-Würkert-Straße 2, erhältlich.

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