Freie Schule: Stadt schließt Vertrag mit Trägerverein

Der Pockau-Lengefelder Stadtrat stimmt der Nutzungsvereinbarung für das Gebäude im Ortsteil Lippersdorf zu. Damit fehlt nur noch die Genehmigung vom Landesamt.

Pockau-Lengefeld/Lippersdorf.

Für die geplante Gründung einer Freien Grundschule im Pockau-Lengefelder Ortsteil Lippersdorf ist ein wichtiger Beschluss getroffen worden. Die Stadträte segneten in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig bei einer Befangenheit einen Vertrag mit dem Träger, dem Evangelischen Schulverein Pockau-Lengefeld, ab, der die künftige Nutzung des städtischen Gebäudes regelt.

Bislang befindet sich darin eine von drei staatlichen Grundschulen im Stadtgebiet. Da es mittelfristig zu wenige Schüler für alle Einrichtungen gibt, wird schon seit Jahren über die Zukunft der drei Standorte diskutiert. Nun sollen in Lippersdorf ab Sommer 2021 parallel zum staatlichen Unterricht die ersten Abc-Schützen an der Evangelischen Grundschule unterrichtet werden. Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft müssen sich nicht an bestehende Schulbezirke halten und könnten daher auch Kinder aus anderen Orten aufnehmen. Mit dieser Variante wären somit alle drei Standorte gerettet.

"Wir wollen dem Schulverein keine Steine in den Weg legen und einen auskömmlichen Nutzungsvertrag anbieten", sagte Ulrich Findeisen, Fraktionsvorsitzender von Freie Wähler/SPD/Die Linke. Er übernahm die Leitung des Tagesordnungspunkts, da sich Bürgermeister Ingolf Wappler (CDU) als Mitglied des Schulvereins für befangen erklärte. Auf Anfrage erläuterte Findeisen, dass die Stadt dem Trägerverein in den ersten drei Jahren keine Betriebskosten in Rechnung stellt. Später müsse der Schulverein die Ausgaben selbst tragen. Zudem werde angeregt, dass das Gebäude an den Träger verkauft werde, ergänzte Findeisen.

Vereinsvorsitzender und Pfarrer Michael Escher begrüßt die getroffene Nutzungsvereinbarung. Die dreijährige Betriebskostenübernahme sei ein Entgegenkommen der Stadt, das nicht selbstverständlich sei "Man hat Interesse, dass die Schule ins Laufen kommt", so Escher. Demnächst wolle der Verein die Genehmigung für die Gründung beim Landesamt für Schule und Bildung beantragen. Läuft alles nach Plan, werden ab nächstem Schuljahr 15 bis 20 Erstklässler angelehnt an den Montessori-Ansatz in Lippersdorf unterrichtet. Schon jetzt liegen Escher rund zehn Interessensbekundungen vor.

Der staatliche Unterricht wird für die Klassen 2 bis 4 in Lippersdorf fortgesetzt. Abc-Schützen werden künftig in die Einrichtungen in Pockau und Lengefeld verteilt. Wie genau die Aufteilung erfolgt, darüber muss der Stadtrat noch befinden.

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