Freundeskreis besucht einstiges NKWD-Lager

Reise coronabedingt verschoben - Podiumsdiskussion zum Thema "Erinnerungskultur heute und morgen"

Zschopau/Hainichen.

Der Deutsche Freundeskreis von Tost/Toszek hat seine im Frühjahr abgesagte Tour zum einstigen NKWD-Internierungslager nach Polen nachgeholt. Das teilt die Hamburgerin Sybille Krägel mit. Sie ist die Tochter von Hans Werner Rasmussen, dem ehemaligen Technischen Direktor der Framo-Werke in Hainichen. Der älteste Sohn des DKW-Gründers Jørgen Skafte Rasmussen kam in dem Lager ums Leben.

Die Teilnehmer erwarteten in Tost zunächst die Vorsitzende des Deutschen Freundschaftskreises, Dorothea Matheja, sowie ein TV-Team des MDR, so Sybille Krägel. Es folgten ein Besuch der Gedenkstätte, später ging es zum ehemaligen Gefängnis. Auch eine zweisprachige ökumenische Andacht stand auf dem Programm, begleitet von einem Jugendchor. Auf dem Friedhof kamen die Teilnehmer auch an der Stelle vorbei, an der 40 Häftlinge begraben wurden, die nach der Entlassung zusammenbrachen. Sie wurden von der deutschen Bevölkerung zu Hause gepflegt - "leider starben alle dennoch nach kurzer Zeit", so Sybille Krägel.

Weitere Besuche galten unter anderem Soldatengräbern, der Gedenkstätte des ehemaligen Lagers Zgoda in Swientochlowice und einem Museum in Radzionkau. Auch das einstige Konzentrationslager in Auschwitz-Birkenau besuchten die Reisenden. Zudem fand in Tost eine Podiumsdiskussion zum Thema "Erinnerungskultur heute und morgen" statt, berichtet Sybille Krägel. (bz)

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