Friseurin initiiert Mahnwache auf Markt

Friedliche Zusammenkunft von Familien am Montag in Marienberg geplant

Marienberg.

Die tödliche Messerattacke am Sonntag an der Brückenstraße und die anschließenden Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Demonstranten am Montag in Chemnitz haben auch bei den Menschen im Erzgebirge Fassungslosigkeit, Trauer und Entsetzen ausgelöst. Ein Frau ruft daher zu einer Mahnwache am Montag in Marienberg auf. Von 19 bis 20 Uhr soll auf dem Marktplatz der Bergstadt friedlich demonstriert und auf gesellschaftliche sowie politische Missstände hingewiesen werden.

Die Frau hinter dem Aufruf ist Susanne Stülpner, selbstständige Friseurin und Mutter einer Tochter aus Marienberg. Sie mahnt: "Wo sind wir mittlerweile angekommen, wenn wir uns mit unseren Kindern nicht mal mehr nach Chemnitz trauen." Dass sich Rechte und Linke nun auch in der Bergstadt gegenüberstehen, will Susanne Stülpner unbedingt vermeiden. "Es soll eine friedliche Mahnwache werden und kein Marsch. Gerade Familien sind erwünscht. Wir wollen Lichter niederlegen und dem Getöteten gedenken. Und wir wollen Probleme ansprechen", betont die Bergstädterin. Die Veranstaltung sei bereits vom Landratsamt genehmigt. Heute erfolgte die Korrespondenz mit der Polizei. Er werde am Montagabend zu keinerlei Einschränkungen rund um dem Marktplatz kommen. Wie viele Bürger ihrem Aufruf folgen, könne sie nur schwer einschätzen. Stülpner hofft: viele. Eingeladen hat sie auch die Pfarrer Andreas Lau und Volkmar Freier.

Als Friseurin höre Susanne Stülpner täglich Probleme, Ängste und Sorgen der Marienberger. Zudem habe sie vier Jahre im Kinderheim Lippersdorf den Bewohnern die Haare geschnitten. Noch heute hält sie zu vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Kontakt, kennt die Missstände. Vor diesem Hintergrund fordert sie die Politik auf, Verantwortung zu tragen und Schritte zu unternehmen, um die Stabilität der Demokratie zu sichern. Und die Bürger? Die sollen aufstehen, sich zu ihren Ängsten positionieren - ohne Schubladendenken, fordert Susanne Stülpner: "Wir, die gesunde Mitte, müssen uns abgrenzen."

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