Frostige Zeiten für den Eismacher

Marienberg, Olbernhau, Annaberg: Andreas Engert kann seine Eisbahnen wegen Corona diesmal nicht wie gewohnt aufbauen. Zumindest für eine Station gibt es noch Hoffnung.

Marienberg.

Bratwurst essen, Glühwein trinken und anschließend noch Schlittschuhlaufen: eine Kombination, die den Besuch in Marienberg während der Adventszeit zum besonderen Erlebnis machen soll. Vier Jahre in Folge waren Eisbahn und Weihnachtsmarkt in der Bergstadt untrennbar miteinander verbunden. Aufgrund der Corona-Verordnungen wird diese Erfolgsgeschichte nun aber unterbrochen. Nachdem schon die Stadt den Weihnachtsmarkt abgesagt hat, verkündet auch Eisbahn-Chef Andreas Engert schlechte Nachrich- ten.

Engert betreibt seit etwa acht Jahren die Eisarena Erzgebirge. Fortan baute er seine mobile Schlittschuhbahn jeden Winter auf dem Marktplatz in Annaberg auf. 2016 kam die Station in Marienberg hinzu, vergangenes Jahr eine weitere zum Weihnachtsmarkt im Olbernhauer Rittergut. In der Bergstadt schlug sich der Annaberg-Buchholzer sogar die Nächte um die Ohren, um stets rechtzeitig eröffnen zu können. Engert schlief tagelang in seinem Transporter auf dem Markt, um alle drei bis vier Stunden insgesamt Tausende Liter Wasser regelmäßig aufzuspritzen. Nur so entsteht Schicht für Schicht die gewünschte, 14 Zentimeter dicke Eisdecke. Der Eismacher kennt also Strapazen. Doch gegen die jetzige Lage kann auch er nichts unternehmen.

Der Teil-Lockdown macht einen Start selbst unter Einschränkungen im November unmöglich. Das bedauerte schon Marienbergs Oberbürgermeister André Heinrich (parteilos), als er sich am Montag schweren Herzens gezwungen sah, den Weihnachtsmarkt abzusagen. Eine Entscheidung, in die auch Engert involviert war. "Der Weihnachtsmarkt steht und fällt mit der Eisbahn. Das gilt genauso umgekehrt", sagt der Betreiber. Einen späteren Start der Eisarena im Dezember in Marienberg schließt er ebenso aus. "Niemand weiß, was nächsten Monat für Regelungen gelten. Zudem benötige ich Vorlaufzeit. Der Aufbau dauert eine Woche, Eis machen eine weitere."

Gleiches gilt für Olbernhau, wo in diesem Jahr im Rittergut ebenfalls nicht die Kufen glühen werden. Noch aber hat Engert Hoffnung, dass er - je nach Infektionslage - in einem der kommenden Monate seine Eisbahn zumindest auf dem Annaberger Marktplatz aufbauen kann. Hygieneauflagen wie ausreichend Abstand und Kontaktnachverfolgung wären jedenfalls umsetzbar. Zwar befinde sich Engert in engem Austausch mit der Stadt. "Doch es ist alles derzeit ein einziger Blick in die Glaskugel."

Eine Anfrage liegt dem Eisarena-Betreiber zudem aus Chemnitz vor. "Die Leitung des Globusmarktes im Neefepark hat angefragt, ob ich dort die Bahn aufstellen könnte. Doch alles ist abhängig vom Pandemieverlauf", erläutert Engert und ergänzt: "Das Schlimmste wäre, wenn meine beiden Anlagen diesen Winter komplett im Lager bleiben müssten. Das bedeutet weitere Kosten, aber null Einnahmen."

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