Für Fahrzeugpark fehlt Zukunftsblick

Der Zschopauer Stadtrat macht kurzfristig 95.000Euro wegen des Ausfalls von Bauhoftechnik locker. Was kommt angesichts des hohen Alters einiger Fahrzeuge noch auf die Stadt zu?

Zschopau.

Hinter der kryptischen Bezeichnung "Fumo M31" verbirgt sich ein kleiner Tausendsassa. Das Modell der inzwischen einzig noch existierenden DDR-Kraftfahrzeugmarke Multicar kann mit Zusatzgeräten Schnee schieben, Salz streuen, Straßen reinigen und ohnehin auf der Ladefläche alles Mögliche von A nach B transportieren. Fahrzeuge mit diesen Möglichkeiten, egal von welchem Hersteller, gehören zur Grundausstattung in vielen kommunalen Bauhöfen.

Problematisch wird es, wenn so ein Fahrzeug kurzfristig ausfällt, wie in Zschopau geschehen. Kurzfristig muss die Verwaltung nun 95.000 Euro für Ersatz locker machen. Zwar segnete der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung die Beschaffung eines Neufahrzeuges einstimmig ab. Mehrere Kommunalpolitiker übten jedoch Kritik am Vorgehen der Verwaltung. "Wenn ich ,kurzfristig' lese, fehlen mir die Worte", meinte etwa Markus Männel (CDU). Frieder Meyer (Fraktion BFW/FDP) merkte süffisant an, dass die Anschaffung schon im September 2016 auf der Tagesordnung stand und er sich freue, dass die Sache nun in Gang komme. Bauamtsleiterin Martina Wutzler sprach von hohen Reparaturkosten, die vor dem Ausfall des Gerätes aufgelaufen seien.


Was passiert, wenn im Bauhof kurzfristig noch mehr Technik ausfällt, wollte Jens Bohring (CDU) wissen. Er habe sich erkundigt und erfahren, dass Fahrzeuge zum Teil älter als 20 Jahre sind. "Dann müssen wir darüber reden", antwortete Oberbürgermeister Arne Sigmund (parteilos). Der Verwaltung fehle der Zukunftsblick, entgegnete Jens Bohring, den die Antwort des OB nicht befriedigte. "Den Zukunftsblick haben wir schon vor zehn bis 15 Jahren verloren, was den Fahrzeugpark betrifft", fügte Frieder Meyer an.

Markus Männel und Niels Sigmund (B90/Grüne) mahnten ein Konzept zum Fuhrpark des Bauhofes an. Daraus sollte hervorgehen, welches Fahrzeug wann durch was zu ersetzen ist. Auch sollten alternative Fahrzeugtypen und Finanzierungsmodelle in die Prüfung eingehen. Männel: "Es geht nicht nur darum, etwas Neues zu kaufen, wenn etwas kaputt geht. Sondern wir müssen wissen, welche Geräte wir künftig benötigen."

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