Für Häuslebauer wird's eng in Drebach: "Erlengrund" voll belegt

Nach 23 Jahren hat die Gemeinde das letzte Grundstück in Venusberg an den Mann gebracht. Bürgermeister Jens Hau- stein sieht das auch mit einem weinenden Auge.

Drebach.

Das letzte freie Baugrundstück im Venusberger Wohngebiet "Erlengrund" ist an den Mann gebracht worden. Eine Familie aus Chemnitz will im Drebacher Ortsteil ein Eigenheim errichten. Für den Verkauf der reichlich 1000 Quadratmeter großen Fläche bekommt die Kommune 25.400 Euro. Den Beschluss dazu hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gefasst.

Bürgermeister Jens Haustein (Mandat CDU) sieht die Abgabe der letzten Freifläche mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits refinanzieren sich die Erschließungskosten in dem Maße, wie sich das Wohngebiet füllt. Auf der anderen Seite werde die Not jetzt größer, spielte Haustein darauf an, dass die Gemeinde die Nachfrage potenzieller Häuslebauer nun kaum noch befriedigen kann - zumindest im Augenblick. So sieht es in den Ortsteilen aus:

Venusberg: "Vier Grundstücke haben wir in den vergangenen zwei bis drei Jahren im ,Erlengrund' veräußert", berichtet Volker Helbig vom Bauamt der Gemeindeverwaltung. Das Eigenheimgebiet mit 29 Grundstücken ist das erste und einzige in Venusberg. Es wurde in den Jahren 1994/95 erschlossen. Sonst gibt es in diesem Ortsteil keine erschlossenen Flächen im Eigentum der Gemeinde, die für eine Wohnbebauung infrage kämen, sagt Helbig.

Grießbach: Häuselbauern konnte die Gemeinde in diesem Ortsteil bislang keine Grundstücke anbieten. Doch das soll sich ändern. Ende 2017 hatte der Gemeinderat den Weg für den Erwerb eines 9500 Quadratmeter großen Grundstücks mit der Investruine - ein nie fertiggestellter Plattenbau - zum symbolischen Preis von einem Euro freigemacht. "Sobald die Kommune Eigentümer ist, werden wir den Abriss beantragen und einen Bebauungsplan aufstellen", erklärt Volker Helbig. Maximal zehn Eigenheime könnten dort entstehen. "Interessenten gibt es schon."

Der Bauamtsmitarbeiter kann sich vorstellen, dass dieses Jahr noch die Abrissgenehmigung vorliegt. Im aktuellen Doppelhaushalt 2017/ 2018 hat die Gemeinde Drebach Geld für den Grundstückskauf eingestellt. "Im neuen Haushalt müssten dann die Mittel für die Erschließung mit aufgenommen werden." Volker Helbig hält es aus heutiger Sicht für realistisch, dass 2020 die ersten Eigenheimbauer zum Zuge kommen. Scharfenstein: Für Eigenheimbauer sieht es am Fuße der Burg traurig aus. "Wir haben nur Einzelstandorte verkauft, dort fehlen einfach die Grundstücke", sagt Volker Helbig. Das letzte sei vor einem Jahr verkauft worden. Zwei bis drei freie Flächen hat die Gemeinde noch im Angebot. Doch die Lage ist offenbar nicht optimal. "Bislang gibt es dafür keine Interessenten."

Drebach: Drei Grundstücke hat die Gemeinde in den vergangenen Jahren an der Venusberger Straße an den Mann gebracht. 2015 fanden Erschließungsarbeiten für die Erweiterung des Wohngebietes statt. Zwei Eigenheime sind inzwischen fertig, eines befindet sich noch im Bau. Auch das Wohngebiet an der Straße der Jugend, auf dem ehemals das Fischer-Messgerätewerk stand, ist längst gefüllt. Derzeit können Bauwillige nur noch Einzelgrundstücke von Privat beziehen, sagt Helbig. Die Erschließung eines weiteren Wohnstandortes sei geplant.

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