Für Menschen ungefährliche Kannibalin

Eine schwarz-gelb-weiß gestreifte, über zwei Zentimeter große Spinne hat einer Großolbersdorferin einen gehörigen Schreck eingejagt. Dabei stellt das Tier nur Fliegen, Heuschrecken, Wespen und seinen männlichen Artgenossen nach.

Großolbersdorf.

So ein Riesending habe sie noch nie gesehen. "Und dann diese aggressive Färbung!" Liselotte Haselbach hat es mächtig mit der Angst zu tun bekommen. "Ob das eine Giftspinne ist?", fragte die Großolbersdorferin, als sie mit einem Foto des Tieres in der Redaktion der "Freien Presse" in Zschopau um Aufklärung bat. "Das hat ein Nachbar mit seinem Handy bei uns im Garten gemacht. Ich habe mich nicht so nah ran getraut", berichtete die 72-Jährige. Das Foto zeigt ein schwarz-gelb-weiß gestreiftes, in der Tat recht stattliches Spinnentier. Im vergangenen Jahr habe sie schon einmal ein solches Exemplar im Garten hinterm Haus entdeckt. "Nur etwas kleiner", so Liselotte Haselbach weiter.

Die Recherche ergab, dass es sich um eine Wespenspinne (Argiope bruennichi) handelt. Die wegen ihrer Streifen auch Zebraspinne oder Tigerspinne genannte Art war zunächst in Südeuropa verbreitet, ist heute jedoch fast auf dem ganzen Kontinent anzutreffen und deshalb auch im Erzgebirge kein seltener Gast. "Bei uns kommen Wespenspinnen oft auf Bergwiesen vor", weiß der Rübenauer Biologe Kay Meister. Während Männchen nur eine Körperlänge von sechs Millimetern erreichen, werden Weibchen mit bis zu 25 Millimetern deutlich größer. Sie ernähren sich von Heuschrecken, Bienen, Wespen, Fliegen, Schmetterlingen und Libellen.

Für Menschen ist das Gift der Spinne ungefährlich. Die Giftklauen können die menschliche Haut normalerweise nicht durchdringen, da sie zu kurz sind. Dafür leben männliche Wespenspinnen gefährlich. "Nach der Kopulation frisst das gut zwei Zentimeter große Weibchen das nur vier bis sechs Millimeter große Männchen sofort auf", so Meister über die kannibalistische Eigenart der Spinne unmittelbar nach Beginn der Paarung.

Sie gehe jetzt wieder mit einem guten Gefühl in den Garten, was vor allem daran liege, dass die Spinne verschwunden ist, so Liselotte Haselbach. Dafür sei jetzt ein Mäuschen durchs Gewächshaus gehuscht. Da ist aber schon wieder eine andere Geschichte. (mit mik)

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