Gastronomie kommt zaghaft in Schwung

Seit sieben Wochen haben Cafés und Restaurants unter Auflagen wieder geöffnet. Volle Lokale und gute Umsätze sind aber noch nicht die Regel. Vor allem große Feiern fehlen.

Marienberg/Zschopau.

Nach wochenlanger Zwangsschließung durften Gaststätten ab 15. Mai wieder öffnen - allerdings unter Auflagen wie Einhaltung von Mindestabständen und Mundschutz fürs Personal. "Gäste brauchen sich keine Sorgen zu machen. Die Hygieneregeln, die auch schon vorher streng waren, werden eingehalten", sagt Franziska Luthardt, Regionalbereichsleiterin des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga. "Freie Presse" hat sich bei einigen Gastronomen umgehört, wie das Geschäft derzeit läuft.

Landgasthof Wemmer: Ulrich Wemmer vom gleichnamigen Landgasthof in Großrückerswalde ist mehr als zufrieden: Das Restaurant sei bereits wieder 95 Prozent ausgelastet. Aufgrund der räumlichen Gegebenheiten müssen nur wenige Tische unbesetzt bleiben. "An Wochenende sind wir gut ausgelastet. Deshalb ist es besser vorzubestellen." Ausfälle gibt es weiterhin bei Familienfeiern und Hochzeiten. Aber auch das laufe langsam wieder an. Das Hotel sei zu 60 Prozent ausgelastet. Vor allem Busreisen mussten storniert werden. Zudem wünscht sich Wemmer, dass für das Personal die zusätzlich belastende Maskenpflicht abgeschafft wird.

Gasthof Forsthaus: Das Tagesgeschäft sei mittlerweile wieder angelaufen. Was aber weiterhin fehle, seien Familienfeiern, sagt Thomas Frenzel, Chef des Gasthofs Forsthaus im Lengefelder Ortsteil Vorwerk. Aufgrund der Räumlichkeiten - drei Räume plus Terrasse - sei trotz Abstandsregeln Platz für bis zu 120 Gäste. Dennoch sei eine Reservierung ratsam. Was bei der Kundschaft sehr gut ankomme, dass das Servicepersonal statt herkömmlicher Masken einen Gesichtsschutz aus durchsichtigem Kunststoff trage. Frenzel: "Das schafft Vertrauen." Hotel Saigerhütte: "Im Hotel ist seit dem Wochenende nach Himmelfahrt ein wenig Normalität eingekehrt", sagt Markus Gorny, der mit seiner Frau Brit das Haus in Olbernhau betreibt. Alle Gäste seien wie gebucht auch angereist. "Im Restaurant ist der Zuspruch nach wie vor verhalten und bei Weitem noch nicht auf Vor-Corona-Niveau, es fehlen beispielsweise Familienfeierlichkeiten", ergänzt der Gastronom. Potenzielle Gäste seien irritiert von den in den Bundesländern unterschiedlichen Regelungen.

Ratskeller Marienberg: Die ersten Wochen, nachdem zuvor nur Außerhaus-Verkauf gestattet war, seien ganz schleppend verlaufen, sagt Danny Achtruth vom Ratskeller in der Bergstadt. "Wir verzeichneten nicht einmal die Hälfte des gewohnten Umsatzes." Die aktuelle Woche sei ein Hoffnungsschimmer mit fast normalem Betrieb wie vor der Pandemie. "Wäre es weiter schlecht gelaufen, hätten wir vielleicht in einigen Wochen nicht wieder aufschließen können. Nun sind wir auf einem gutem Weg." Was lediglich noch fehlt, sind die Einnahmen aus Catering- und Party- Service.

Am alten Brauhaus: Zumindest seine Stammkundschaft kann Lars Kröger seit Mitte Mai wieder begrüßen. Die kommt aber meistens nur abends vorbei. In der Mittagszeit läuft das Geschäft für den Inhaber der Zschopauer Gaststätte "Am alten Brauhaus" weiterhin schleppend. "Der Umsatz ist im Vergleich zur Zeit vor Corona etwa um die Hälfte gesunken", sagt der 42-Jährige, der dennoch Hoffnungsschimmer wahrnimmt. So hat er inzwischen zwei Feiern mit bis zu 14 Teilnehmern - mehr lässt das Hygiene-Konzept nicht zu - betreut. "Und die nächste kleine Geburtstagsparty steht schon an diesem Wochenende an", so Kröger, der auch vom wieder anlaufenden Tourismus profitiere. Sogar eine Wandergruppe hat sich angekündigt. Ob die Senkung der Mehrwertsteuer zusätzlich hilft, vermag der Gastwirt noch nicht einzuschätzen: "Das muss man abwarten." (hd/anr/rickh/faso )

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