Gelenau greift Vereinen mit 35.000 Euro unter die Arme

Soziales Engagement in der Gemeinde wird finanziell gefördert. Drei Vereine dürfen sich wegen ihrer Größe besonders freuen.

Gelenau.

Über einen Sozialpädagogen, der beispielsweise Projekte in einem Jugendclub koordiniert, verfügt Gelenau nicht. "Solche Aufgaben übernehmen bei uns die Vereine", sagt Bürgermeister Knut Schreiter, der seine Gemeinde im sozialen Bereich daher trotzdem gut aufgestellt sieht. Damit das so bleibt, unterstütze die Kommune die Vereine nach Kräften. So beschloss der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung wieder die Vereinsförderung, die sich seit Langem bewährt habe.

Insgesamt stehen in diesem Jahr 35.000 Euro an Fördermitteln zur Verfügung, für deren Verteilung schon vor Jahren ein bestimmtes Konzept eingeführt wurde. So wird die Hälfte der Summe unter den drei größten Vereinen des Ortes mit einer Pauschalförderung aufgeteilt. Die andere Hälfte fließt in Projekte, mit denen sich kleinere Vereine bei der Gemeinde bewerben können. Eine Nachfrage im Gemeinderat, ob kleinere Vereine dadurch benachteiligt würden, konnte Andrea Scheidhauer verneinen. "Bisher hat das Budget für deren Projekte immer gereicht", erklärte die Gelenauer Hauptamtsleiterin.

Anträge für das laufende Jahr sollten bis Ende Februar eingereicht werden. Eine Möglichkeit, die rege genutzt wird. So plant beispielsweise der Feuerwehrverein, seine Jugendarbeit zu intensivieren. Auch der Gelenauer SV und die Modellsportler des TSV Gelenau nutzen diese Möglichkeit jedes Jahr. Auf der Liste steht ebenso der Förderverein Kleinkunst Erzgebirge, für den im Gemeinderat eine Zuwendung von 1110 Euro beschlossen wurde. "Damit wird die Durchführung der Gelenauer Puppentheatertage gefördert", erklärt Schreiter. Der Fokus werde auch auf Tradition und Kultur gerichtet.

In erster Linie profitieren jedoch Sportvereine von der Förderung, da sie die meisten Mitglieder zählen. So dürfen sich die insgesamt 206 Fußballer des BSV Gelenau mit 6120 Euro über die größte Summe innerhalb der Vereinsförderung freuen. Auch den Ringern des RSK Gelenau (5970 Euro) und den Leichtathleten des LV 90 Erzgebirge (5410 Euro) wurde eine Pauschalförderung zugesprochen. Bei der Verteilung der 17.500 Euro wurden laut Schreiter auf "gewisse Prämissen" geachtet. Gemeint ist vor allem die Zahl der Mitglieder und der Nachwuchssportler, die aus dem Ort stammen. Der Hauptgrund, die großen Vereine pauschal mit einer größeren Summe zu unterstützen, ist der Kampf gegen unnötige Bürokratie. Verantwortliche müssen nun nicht mehr zahlreiche Anträge für verschiedene Projekte einreichen, die übers Jahr anstehen. "So ist es einfach zu handhaben", sagt Andrea Scheidhauer.

Mit dem bestehenden Konzept sieht Schreiter seine Kommune "in einer außergewöhnlichen Stellung in der Region". Auch wenn die Richtlinien "nicht in Stein gemeißelt" seien und sich stets die Frage nach zeitgemäßen Veränderungen stelle, so gab es bisher doch keine Gründe, an der Richtlinie zu rütteln. Die Vergabe der Förderung inklusive einiger Anpassungen erfolgten stets in Absprache mit den Vereinen. Schreiter, der selbst Präsident des LV90 Erzgebirge ist und sich bei diesem Beschluss daher wegen Befangenheit enthielt, setzt auf den Dialog und erkennt dabei oft ein "gegenseitiges Einvernehmen".

Vor allem wegen ihrer sozialen Bedeutung spielen die Vereine für die Gemeinde eine wichtige Rolle. Dabei weist Schreiter unter anderem auf deren Beteiligung an Ganztagsangeboten der Schulen hin. Außerdem seien die Vereine Gesichter der Kommune, die Gelenau präsentieren - auch bei der 2023 anstehenden 750-Jahr-Feier, für die schon jetzt Projekte gefördert werden.


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