Gelenauer Ehrenamtler ausgezeichnet

In der Gemeinde engagieren sich viele Einwohner. Manchmal sogar auf fast vergessenen Berufsfeldern.

Gelenau.

Ob Strumpfmuseum, Bibliothek oder Wanderweg - in Gelenau mischen Ehrenamtler auf vielen Gebieten mit. In dieser Woche sind sie ausgezeichnet worden - gewissermaßen auch stellvertretend. "Es gäbe eine ganze Reihe mehr, die wir zur Dankeschönveranstaltung einladen könnten", sagt Bürgermeister Knut Schreiter. "Wir können uns glücklich schätzen, dass wir in dieser komfortablen Situation sind, denn wir haben in unserer Gemeinde viele Bürger, die von sich aus aktiv für die Gemeinschaft werden." Und das sind die Ausgezeichneten:

Manfred Tränkner: Er hat das Strumpfmuseum mit aufgebaut wird zurate gezogen, wenn Not am Mann ist. "Wir besitzen in unserem Museum eine Cottonmaschine, ein echtes Unikat. Ich kenne in der Region nur noch das Chemnitzer Industriemuseum, in dem solch eine Maschine steht", sagt der Gelenauer. Er hat Mitte der 1950er-Jahre den Beruf des Strumpfwirkers gelernt. "Ich kenne nur noch eine Handvoll Leute, die diesen Beruf damals gelernt haben. Wir gehören zu einer aussterbenden Spezies", fügt der 78-Jährige lachend hinzu.

Die Experten sterben entweder still und leise aus - oder sie geben wie Manfred Tränkner ihre Kenntnisse weiter. Der Wissenstransfer findet laufend statt, an der Cotton- oder Wirkmaschine im Gelenauer Strumpfmuseum. Noch vor der Wende gab es die viele Meter langen Ungetüme, die neben Socken auch fast ohrenbetäubenden Lärm erzeugen, in den vielen "Strumpfbuden" des Erzgebirges. Die meisten endeten in der Schrottpresse, gerettet wurden nur wenige.

Marion Berger: Sie gehört zu den stillen Helfern, die kein großes Aufheben um ihre ehrenamtliche Tätigkeit machen. Sie hilft in der Gelenauer Kleiderkammer und in der Bibliothek. Die Gelenauerin hat sich Zeit ihres Berufslebens mit Büchern beschäftigt, sie war die Leiterin der Stadtbibliothek Zschopau. Jetzt könne sie etwas tun, was sie als Leiterin einer Bibliothek höchst selten gemacht habe: neue Bücher in einen Einband einschlagen, mit einem Code versehen und diese in den Bestand aufnehmen, erzählt die 68-Jährige mit leuchtenden Augen.

Steffen Emmrich: Mit Schrift hat auch Steffen Emmrich zu tun, und manchmal auch mit Schriftzeichen. Der Wegewart der Gemeinde ist bei den Dankeschönveranstaltungen schon ein "Wiederholungstäter", aber etwas Neues ist sozusagen auf dem Weg: Der 1. Gelenauer Rundweg befindet sich in der Entstehungsphase, die Beschilderung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der Rundweg beginnt auf dem Parkplatz am Sportareal. Dort soll auch eine große beschriftete Tafel angebracht werden. Angesteuert werden markante Punkte wie das Tischl im Abtwald und der große Fliegenpilz. Die Strecke beträgt reichlich zwölf Kilometer und beinhaltet viele sehenswerte Punkte, so Steffen Emmrich.

Austräger: Unter den Ausgezeichneten bei der Dankeschönveranstaltung im Gasthof "Zur Katze" befanden sich auch die mehr als 60 Austräger des Gelenauer Amtsblatts.

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