Gemeinderat erteilt neuem Mitglied eine klare Abfuhr

Vor zwei Jahren hat Grünhainichen entschieden, eine neue Grundschule zu bauen. Seither wurden viel Geld, Kraft und Zeit in das Zukunftsprojekt investiert. Doch eine neue Gemeinderätin will sich damit nicht abfinden.

Grünhainichen.

Heidi Swigon hatte es vor der Kommunalwahl im Mai angekündigt: Werde sie in den Gemeinderat Grünhainichen gewählt, werde sie versuchen, den Neubau der Grundschule zu verhindern. Die Kandidatin der Freien Wählervereinigung Borstendorf schaffte den Sprung ins Gemeindeparlament. Bürgermeister Robert Arnold (parteilos) und der Gemeinderat haben mehrfach betont, dass es an dem Vorhaben, auf dem einstigen Freibadgelände eine Schule und eine Turnhalle zu errichten, nichts mehr zu rütteln gebe. Dennoch forderte die neue Rätin, nochmals zu prüfen, ob eine Sanierung der ehemaligen Borstendorfer Schule nicht doch preiswerter sei.

Swigon mahnte ein aus ihrer Sicht fehlerhaftes Gutachten zu den Sanierungskosten des Gebäudes in Borstendorf an. "Da steht drin, dass die Schule 1930 erbaut wurde. Das war aber 1893. Außerdem ist die Bushaltestelle nicht 400, sondern nur 40 Meter weg", bemängelte Swigon. Zudem seien die im Gutachten aufgeführten Sanierungskosten ihrer Meinung nach viel zu hoch angesetzt. "Die Schule war ja vor 15 Jahren schon einmal entkernt worden - für 1,3 Millionen Euro." Da könne es doch nicht sein, dass für eine weitere Entkernung das Vierfache veranschlagt werde. Zum Abschluss ihrer Ausführungen forderte die Borstendorferin, ein neues Wirtschaftlichkeitsgutachten in Auftrag zu geben.

Der Bürgermeister und andere Gemeinderäte äußerten nicht nur Unverständnis, sondern erteilten der Forderung auch eine klare Abfuhr. "Die Planung ist so weit vorangeschritten, dass es definitiv kein Zurück mehr gibt", unterstrich Arnold erneut. Der Beschluss, eine neue Schule zu bauen, war 2017 getroffen worden. "Zuvor waren alle in Frage kommenden Standorte detailliert bau- und finanztechnisch geprüft und abgewogen worden", so der Bürgermeister weiter. Nur ein Neubau könne den Schulstandort in der Gemeinde sichern, und das sei entscheidend für die Zukunft Grünhainichens und seiner Ortsteile.

Die fehlerhaften Angaben zu Baujahr und Entfernung der Haltestelle hätten keinen Einfluss auf die Entscheidung pro Neubau gehabt. Dass aus den ursprünglich avisierten 6,4 Millionen Euro für den neuen Schulkomplex über acht Millionen geworden sind, begründete Arnold mit der Preissteigerung im Baugewerbe: "Die Kosten für den Ausbau in Borstendorf wären genauso gestiegen." Eine erforderliche zweite Entkernung hätte viel aufwendiger sein müssen als die erste.

Jetzt, keine drei Jahre vor der geplanten Eröffnung der Schule, die Debatten über den Ausbau vorhandener Gebäude wieder aufzuwärmen, sei alles andere als zielführend. Darin waren sich die anderen Gemeinderäte einig. "Wir reden über die Zukunft, da kann die Schule nicht infrage gestellt werden. Gerade jetzt, wo wir die Chance haben, eine moderne Schule zu bekommen", so Gunnar Ullmann (CDU). Kai Weisbach sagte: "Wir haben uns eindeutig positioniert. Ich bin es leid, immer wieder darüber zu diskutieren." Claudia Auerswald (ebenfalls (Freie Bürgerinitiative Waldkirchen) wurde deutlicher: "Wenn wir jetzt nicht dranbleiben, haben wir in ein paar Jahren keine Schule mehr."

Christel Rothamèl sprach sich ebenfalls gegen ihre Fraktionskollegin aus: "Es gibt kein Zurück." Er sei froh, dass der Rat "zu 99 Prozent" und auch das Gros der Bürger hinter dem Projekt stehe, sagte Bürgermeister Arnold: "Auf dem Weg, die Gemeinde für die Zukunft auszurichten, sind wir schon weit gekommen, und wir machen weiter."

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