Gerichtsverhandlung nimmt skurriles Ende

Prozess gegen mutmaßlichen Drogendealer muss neu angesetzt werden

Marienberg.

Er soll mit Drogen im großen Stil gehandelt haben. Ein Annaberg-Buchholzer musste sich am Montag vor dem Amtsgericht Marienberg wegen eines Verbrechens verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Dealer vor, 2017 rund 1000 bis 1500 Gramm Marihuana gekauft und weiterverkauft zu haben. Doch zu einem Urteilsspruch kam es am Montag nicht. Stattdessen nahm das Hauptverfahren von Richter Steffen Müller vorerst ein skurriles Ende.

Gleich zu Beginn der Verhandlung machte der Angeklagte klar, dass er sich zu den schwerwiegenden Vorwürfen nicht äußern werde. Sein Verteidiger teilte stattdessen mit, dass die Anklage pauschal bestritten werde. Reden wollte hingegen der sachbearbeitende Polizist, der als erstes in den Zeugenstand gerufen wurde. Demnach waren bei einer Hausdurchsuchung bei einem anderem Dealer etwa 500 Gramm Marihuana auf dem Dachboden gefunden worden. Bei der polizeilichen Vernehmung hatte der Mann ausgepackt, Komplizen und Käufer verpfiffen. Der Polizist sprach von 10 bis 15 weiteren Verfahren.


Auch der am Montag auf der Anklagebank sitzende Kreisstädter soll in mehrere Geschäfte verwickelt gewesen sein. Doch als der Verteidiger nachhaken wollte, musste Richter Müller die Verhandlung unterbrechen. Die Technik fiel wegen eines Problems am Zentralrechner im gesamten Amtsgericht aus. Die Protokollführerin konnte nicht weiterarbeiten. Nach 35-minütiger Pause entschied Müller schließlich, die Verhandlung auszusetzen, "bevor im Nachhinein etwas angefochten wird". Der Prozess wird nun für den 24. Juni neu angesetzt. (rickh)

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