Giftcocktail verstärkt den Schmerz

Mit Wespen stehen viele Menschen auf Kriegsfuß. Doch hierzulande gibt es nur zwei Arten, die zur Plage werden können.

Zschopau/Marienberg.

Vor Wespen sollte man sich in Acht nehmen. Diese Ansicht ist weit verbreitet, stimmt aber nicht ganz. Denn neben zahlreichen harmlosen Arten, zu denen etwa Lehmwespen und Feldwespen zählen, gibt es hierzulande nur zwei, die für Menschen zur Plage werden können. Der Rübenauer Biologe Kay Meister nennt die zur Unterfamilie der Echten Wespen gehörende Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe. Beide leben in Erdhöhlen.

Ihr Gift besteht aus einer Mischung verschiedener eiweißhaltiger Substanzen und Aminosäuren. "Bei einem Stich entfalten die Stoffe eine unterschiedliche Wirkung. Einige Eiweiße führen dazu, dass sich Muskeln anspannen, der Blutdruck abfällt oder die Gefäße durchlässiger werden, womit die Wirkung des Giftes verstärkt wird. Andere Stoffe verursachen zum Beispiel Schwellung", erklärt Meister.

Ihren Stachel benutzen Wespen in erster Linie dazu, Feinde abzuwehren und vom Nest fernzuhalten. Im Gegensatz zu den Bienen können sie den Stachelapparat beliebig oft einsetzen und ihr Gift einspritzen. Auch eine Hornisse ist eine Wespe. "Ihr Stich ist nicht schlimmer als der einer Wespe und unterscheidet sich kaum von einem Bienenstich. Bei der Biene steckt nur der Stachel noch in der Haut", verdeutlicht der Diplom-Biologe. Wespenstiche sind zwar unangenehm, aber in der Regel ungefährlich, fügt er hinzu. Allerdings entwickeln immer mehr Menschen Allergien, sodass ein Stich mitunter einen Schock auslöst, der unterschiedlich schwer verlaufen und den gesamten Organismus betreffen kann. Vorsicht ist geboten, wenn innerhalb von Minuten schwere allergische Reaktionen auftreten. "Gegen Stiche kann man sich desensibilisieren lassen. Dabei wird Wespengift in geringer Konzentration unter die Haut gespritzt. Die Behandlung kann jedoch Jahre dauern", erklärt Kay Meister.

Wespen ernähren sich von Blütenpollen und Nektar und sind für die Blütenbestäubung wichtig. Zudem bekämpfen sie Parasiten, indem sie etwa Mücken fressen. Für ihre Larven brauchen sie fleischliche Kost - Insekten und Aas. Deshalb machen sie sich mitunter auch am Steak auf dem Teller zu schaffen.

Im August stellt die Königin das Eierlegen ein. Die verbliebenen Wespen vergnügen sich dann, bis sie absterben. "In dieser Zeit gehen sie auf Süßes und werden oft zur Plage", weiß Meister aus eigener Erfahrung. Der Staat stirbt ab, wenn die Jungköniginnen ausgeflogen sind und sich verkrochen haben. Im folgenden Jahr müssen sie dann ganz allein einen neuen Staat aufbauen.

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