Glätte führt in Region zu vielen Unfällen

Meist blieb es bei Blechschäden, aber gab es auch Verletzte. Zudem stürzten zahlreiche Fußgänger. Entsprechend überfüllt waren gestern die Notaufnahmen der Krankenhäuser.

Zschopau/Marienberg.

Die Kombination aus Frost und Regen hat gestern auf den Straßen der Region rund ein Dutzend Unfälle ausgelöst. Meist blieb es bei Blechschäden. Brachte zunächst der morgendliche Reif Probleme mit sich, setzte wenig später vielerorts Blitzeis den Autofahrern zu. Teilweise kamen sie nur noch im Schritttempo voran. Auch Fußgänger waren betroffen, sie schlitterten zum Beispiel über die Straßen der Marienberger Innenstadt. Ähnlich sah es in Zschopau aus.

In den Vormittagsstunden habe sich die Lage zugespitzt, sagte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. So kam es auf der Bundesstraße 171 zu gleich zwei Unfällen. Zwischen Ansprung und Olbernhau geriet gegen 8.30 Uhr ein Ford in einer Linkskurve von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Die Fahrerin (44) verletzte sich leicht. Die Feuerwehren Olbernhau, Ansprung und Zöblitz rückten aus. Es wurde auslaufendes Öl gebunden. Zwischen den Marienberger Ortsteilen Zöblitz und Rittersberg krachte es gegen 10.15 Uhr erneut. Die Fahrerin (21) des Suzuki prallte auf glatter Straße mit ihrem Auto gegen die Leitplanke, verletzte sich leicht und kam zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Hochbetrieb herrschte gestern im Krankenhaus Zschopau. Etwa zwei Dutzend Patienten, die sich aufgrund der Glätte verletzten, seien behandelt worden, sagte Tino Wohlgemuth, Pfleger in der Notaufnahme. Sie erlitten vor allem Platzwunden am Kopf sowie Knochenbrüche. Die Einrichtung war enorm gefordert. Denn Patienten kamen auch aus anderen Orten, weil die umliegende Krankenhäuser - etwa in Annaberg-Buchholz - überfüllt waren. Im Erzgebirgsklinikum Annaberg wurden bis 17.30 Uhr 57 Patienten eingeliefert, von denen 44 chirurgisch versorgt werden mussten. 22 Patienten wurden stationär aufgenommen, 35 ambulant behandelt.

Roland Richter, Geschäftsführer der Regionalverkehr Erzgebirge GmbH (RVE) und verantwortlich für den Nahverkehrsbetrieb in der Region, hat die Zustände gestern selbst direkt mitbekommen, als er von Chemnitz nach Annaberg unterwegs war. "Die Hauptstraßen waren gut gesalzen", sagte Richter. Dort seien auch die Busse der RVE ordentlich durchgekommen. Problematisch und zum Teil "ziemlich glatt" seien mancherorts aber Nebenstraßen gewesen. Für die Busfahrer der RVE bedeutete das: Nach eigenem Ermessen entscheiden, ob gefahren werden kann oder nicht. "Sicherheit geht vor", so Richter. Im Zweifel mussten die Fahrer an der Haltestelle warten, bis der Winterdienst auf der Strecke streuen konnte. Am Nachmittag sei es daher laut Richter zu Verzögerungen auf einigen Strecken gekommen, allerdings nur in Einzelfällen. Kompletten Streckenausfall habe es nicht gegeben. Busunfälle seien ebenfalls ausgeblieben.

Dass es auf den Hauptstraßen bis dahin relativ gut lief, haben Fahrer dem Einsatz des Winterdienstes zu verdanken. Jens Zienert, Leiter der Zöblitzer Straßenmeisterei, sagte, dass seine Mitarbeiter seit 8 Uhr im Dauereinsatz waren, um das gesamte Streckennetz abzufahren und Salz und Sole zu streuen. "Acht Fahrzeuge sind draußen", so Zienert. "Sie fahren, solange Eisregen und überfrierende Nässe anhalten." Zur Not, so der Leiter, 24 Stunden.

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