Glosse : Vorfreude, schönste Freude

Nachdem der heiße Sommer und milde Spätsommer sich gefühlt bis in den November hineingezogen haben, träumten wir lange den Sommernachtstraum - und vergaßen dabei ganz, dass Weihnachten immer näher rückt. So haben wir diesmal doch glatt den Nikolaus verpennt, uns stattdessen geärgert über das große Schuh-Chaos vor der Tür und gedacht: "Wieso können die Leute ihre Treter nicht ordentlich ins Regal stellen." Peinlich, peinlich. Doch immerhin: Die fleißigen erzgebirgischen Weihnachtsmarktbetreiber arbeiten inzwischen mit Hochdruck daran, dass wir das Nahen der Feiertage verinnerlichen. Selbst bei nasskaltem Regen und Blitzeis stehen sie in ihren Buden bereit. Und Wetterexperte Dominik Jung erklärte unlängst: Eine Schneedecke könnte schon bald kommen und mit ihr auch die volle Weihnachtsstimmung. Nun bleibt die Frage, wie wir diese in den kommenden zwei Wochen noch weiter pushen können. Erste Ideen gibt es bereits: Ab jetzt wird jeden Abend ein großer Topf Glühwein kredenzt. Die Tagesration an Butterstollen wird verdoppelt (gleiches gilt für Lebkuchen und Schokolade). Und das Repertoire an Weihnachtsschnulzen läuft fortan in Dauerschleife Tag und Nacht auf unserem MP-3-Player, den wir nicht mehr von den Ohren nehmen werden. So kann es gelingen, die bis jetzt verpasste Vorweihnachts- und Vorfreudezeit wieder aufzuholen. Doch ob es das tatsächlich wert war, sehen wir dann pünktlich an den Feiertagen - wenn alle anderen zelebrieren und wir verkatert und an Süßigkeiten überfressen in den Seilen hängen und absolut keine Lust mehr auf das nächste Weihnachtslied haben.

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