Gornau will Glasfaser bis vor die Haustür verlegen

Der Gemeinderat hat sich von seinem bisherigen Konzept zum Breitbandausbau verabschiedet. Das hat Folgen für Kosten und Bauzeit.

Gornau.

Das schnelle Internet soll in den drei Gornauer Ortsteilen über Glasfaserkabel Einzug halten, das direkt bis vor die Haustür verlegt wird. Den bisherigen Plan, den Breitbandausbau über das bestehende Koaxialkabelnetz der Antennenanlagen voranzutreiben, hat die Kommune aufgegeben. Einen richtungsweisenden Beschluss dazu fasste der Gemeinderat am Montagabend einstimmig. Bürgermeister Nico Wollnitzke (CDU) zufolge ist das ursprüngliche Konstrukt mit unterschiedlichen Betreibern und Eigentümern der Kabelanlagen gescheitert. Mit den Betreibern der Antennenanlagen in Dittmannsdorf und Witzschdorf sei man nicht unter einen Hut gekommen.

"Ende September standen wir vor der Entscheidung, entweder auf den Breitbandausbau ganz zu verzichten oder das schnelle Internet nur über die Antennenanlage in Gornau bereitzustellen oder wie ohnehin vom Bund gewünscht, weg von der Koax-Variante die Vollverglasung für alle Haushalte anzustreben", sagte Nico Wollnitzke am Dienstag auf Nachfrage. Obwohl die Antennenanlagen nach dem Ratsbeschluss bei dem Projekt nun außen vor sind, will die Gemeinde den Betreibern vorschlagen, ihre Kopfstationen mit ins Glasfasernetz einzubinden, fügt der Ortschef hinzu. Damit gäbe es beim Breitbandzugang mehr Alternativangebote. Die Rahmenbedingungen seien aber noch zu klären.

Den Ratsbeschluss am Montag hat das Gremium unter Vorbehalt der Bewilligung von Fördermitteln gefasst. Denn die ursprünglich angesetzten Investitionskosten von 900.000 Euro steigen mit der sogenannten Vollverglasung auf schätzungsweise 9 Millionen Euro an. Das gleiche passiert mit dem von der Kommune aufzubringenden Eigenanteil. Die Summe würde von 90.000 auf 900.000 Euro klettern und den Gornauer Etat in eine Schieflage bringen. Zschopaus Bauamtsleiterin Martina Wutzler berichtete am Montag von einem Durchbruch bei dem strittigen Punkt der Kostenübernahme durch den Freistaat. Die Mehrkosten der Projektumstellung würden demnach zu 100 Prozent gefördert. Damit hätte Gornau wie bisher nur einen Eigenanteil von 90.000 Euro zu stemmen.

Auch auf den Umsetzungszeitraum des Breitbandprojekts hat der neue Plan weitreichende Konsequenzen. Allein das Genehmigungsverfahren wird sich laut Wollnitzke um vier bis sechs Monate verzögern. Er geht davon aus, dass die Ausschreibung der Tiefbauarbeiten frühestens Ende Juni 2019 möglich sein wird. Ursprünglich sollte das schon Ende dieses Jahres geschehen. Wie lange die Arbeiten dauern werden, darüber mag der Ortschef noch keine Prognose abgeben. Auf jeden Fall steige der Aufwand für den Tiefbau im Vergleich zu den bisher geplanten Leistungen um ein Vielfaches.

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