Großbrand auf Hof bei Chemnitz: Richter erlässt Haftbefehl gegen Tatverdächtigen

Beim Feuer auf einem Dreiseitenhof im Amtsberger Ortsteil Weißbach sind drei Gebäude zerstört worden. In der Nähe hatte die Polizei einen Tatverdächtigen gestellt. Auch am Tag danach flammen immer wieder Glutnester im Hof auf.

Weißbach.

Nach dem Brand eines Dreiseitenhofes in Weißbach und einer Auseinandersetzung vor Ort ermittelt die Polizei gegen einen 63-Jährigen wegen versuchten Totschlages und schwerer Brandstiftung. Der Mann war am Mittwoch in der Nähe des Brandortes vorläufig festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Ein Ermittlungsrichter erließ am Donnerstag Haftbefehl. Der 63-Jährige kam in eine Justizvollzugsanstalt.

Am Mittwochnachmittag waren drei Gebäude eines Dreiseitenhofes an der Hauptstraße in Brand geraten [FP+]. Anwohner hatten die Rettungskräfte verständigt. Sie beobachteten, wie auf dem Hof ein Mann mit einem Gegenstand auf einem anderen einschlug. Nur durch das Einschreiten der Zeugen konnte der Angreifer von weiteren Schlägen abgehalten werden. Anschließend verschwand der Angreifer. Einsatzkräfte konnten den 63-Jährigen unweit des Brandortes festgenommen. Er wird verdächtigt, die Brände vorsätzlich gelegt zu haben. Das Opfer (39) wurde durch die Schläge schwer verletzt und kam zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus.

Gefährlicher Löscheinsatz

 

Das Feuer schien am Mittwochabend unter Kontrolle zu sein, flammte am Donnerstag aber wieder auf, so dass die Drehleiter der Feuerwehr Zschopau gegen Mittag erneut angefordert werden musste, teilte der Kreisfeuerwehrverband auf Facebook mit. Da bei einem der Häuser Einsturzgefahr bestand, musste ein Giebel abgebrochen werden. Mithilfe der Drehleiter wurde zudem ein Seil an einer Esse befestigt, um diese ebenfalls zum Einsturz zu bringen. Immer wieder flammten am Donnerstag Glutnester auf. Die Löscharbeiten werden voraussichtlich bis in die Nacht hinein dauern.

 

Durch das Feuer am Mittwoch waren die zwei Wohngebäude und eine Scheune zerstört worden. Schadensangaben liegen der Polizei noch nicht vor. Die Hauptlöscharbeiten dauerten am Mittwoch bis in die späten Abendstunden an. "Der Einsatz bot einige Gefahren", berichtete die Feuerwehr Gelenau auf Facebook. So waren einige Aceton- und Propangasflaschen sowie Dieseltanks in den Wirtschaftsgebäuden des Hofs gelagert. Während der Löscharbeiten musste die Kameraden immer wieder den Rückzug antreten, da die Gasflaschen detonierten. Insgesamt waren 122 Einsatzkräfte involviert. Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Gornau, Weißbach, Dittersdorf, Schlösschen, Venusber sowie Scharfenstein, Zschopau und Gelenau. Zudem waren Rettungsdienst, Polizei, Energieversorger und das Technische Hilfswerk OV Annaberg vor Ort. (sane)

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