Große Ereignisse geben regelmäßig Anlass zum Prägen

Nicht nur das Zschopauer Schloss- und Schützenfest hat in diesem Sommer ein Jubiläum erlebt. Auch die Numismatiker feierten zu dieser Veranstaltung einen runden Geburtstag.

Zschopau.

Menschen in historischen Kostümen haben zeitweise das Stadtbild von Zschopau geprägt. Anlass dafür war das Schloss- und Schützenfest, das aufgrund seiner 25. Auflage besonders ausgiebig gefeiert wurde. Während an einigen Ständen sowie beim Festumzug eher zum Spaß mit Gewändern ans Mittelalter erinnert wurde, trugen andere die Kleider früherer Epochen aus ganz bestimmten Gründen. Neben den Schützen handelte es sich dabei auch um die Mitglieder der Numismatischen Gesellschaft Zschopau, die ebenfalls eine Jahrhunderte alte Tradition bewahren. Kaum eine Örtlichkeit passt besser dazu als das Schloss Wildeck.

Neben der bekannten Motorradausstellung befindet sich am Fuße des Dicken Heinrichs auch eine Münzwerkstatt, die sich perfekt für eine Zeitreise eignet. Schließlich erhielt der Raum Ende der 1990er-Jahre das Aussehen zurück, das er schon vor Jahrhunderten als ehemaliger Pferdestall besaß. Fast auf den Tag genau vor 20 Jahren war es dann soweit: Am 28. August 1999 wurde die Münzwerkstatt eröffnet. Vor spätmittelalterlicher Kulisse befinden sich seither viele Geräte, mit denen Besuchern die Geschichte der Münzen vor Augen geführt wird.


Vom Gießen eines Rohlings bis hin zum Prägen der fertigen Medaille sind alle Schritte zu erleben. Inklusive ausführlicher Erläuterungen zur Verfahrensweise, so wie sie zum Schloss- und Schützenfest zum Beispiel von Peter Hammer vorgetragen wurden. "Als Ausgangswerkstoff nehmen wir feines Zinn und schmelzen es ein. Der gegossene Zain wird dann gewalzt", erklärte der 84-Jährige, während er den Metallrohling - auch Ronde genannt - schon für den nächsten Arbeitsschritt dieser Walztechnologie in Stellung brachte: das Prägen. Vollzogen wurde der krönende Abschluss dann mit der Spindelpresse.

Was das Ehrenmitglied des Zschopauer Vereins dann in den Händen hielt, war aber nicht irgendeine Münze. Es handelte sich um eine Medaille, die speziell für das diesjährige Schloss- und Schützenfest entworfen worden war. Na gut: Bei einer Seite hatten sich die Zschopauer eines Stempels von früher bedient. "Das Motiv hatten wir zum 15. Mitteldeutschen Münzsammlertreffen entwickelt, das im Oktober 2007 in Zschopau stattfand", sagte Hammer und fügte an: "So ein Stempel kostet viel Geld." Mitunter werde daher auf alte Motive zurückgegriffen, was in diesem Fall auch sehr gut passte. Mit dem Schloss Wildeck, einem Motorrad sowie dem Eingang eines Stollens wurden die wichtigsten Traditionen der Stadt grafisch in Szene gesetzt.

Auf der anderen Seite war neben dem Datum und dem Verweis auf das Schloss- und Schützenfest zu lesen: "NGZ 20 Jahre Münzwerkstatt auf Schloss Wildeck". Beim Einlegen des Stempels durften die Numismatiker mitunter sogar zum Silber greifen. 13 Exemplare dieser etwas teureren Variante wurden verkauft. Dazu kamen viele Exemplare aus Zinn, mit denen bei fast allen wichtigen Ereignissen der Stadt zwei Ziele erreicht werden. Neben der Erinnerung bleibt auch die Tradition gewahrt, die der Numismatischen Gesellschaft sehr am Herzen liegt. Sie sehen ihre Aufgabe darin, den Besuchern sowohl technische als auch künstlerische Aspekte näher zu bringen. Bei großen Festen schlüpfen sie dabei sogar in historische Kostüme, um einen noch tieferen Eindruck zu hinterlassen.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...