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Großen Einschränkungen folgt ein kleines Jubiläum

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Ihren 160. Geburtstag feiert die Zschopauer Stadtbibliothek erst 2023. Bereits in dieser Woche jährt sich ein anderes wichtiges Ereignis.

Zschopau.

Auch bei Silke Dost und ihren Mitarbeiterinnen haben die vergangenen Monate Spuren hinterlassen. "Eine Bibliothek ohne Leser ist eigentlich nicht vorstellbar", sagt die Leiterin der Zschopauer Einrichtung. Doch genau dieses Szenario bot die harte Zeit des Corona-Lockdowns, der vor den Regalen für gähnende Leere sorgte. Dass das Personal nun wieder glücklicher dreinschaut, hat gleich zwei Gründe.

Zunächst einmal ist die Freude groß über die Lockerung der Einschränkungen. Medien müssen nun nicht mehr an der Tür abgeholt oder zurückgegeben werden. "Für 20 Minuten können Nutzer jetzt wieder direkt in den Bibliotheksräumen stöbern", erläutert Silke Dost das neue Angebot, das sich an Geimpfte, Genesene und Besucher mit einem tagesaktuellen Negativtest richtet. Nötig ist auch eine Voranmeldung per Telefon. Termine können wochentags - bis auf Mittwoch - von 9 bis 17.30 Uhr gebucht werden.

Neben dem Wiedersehen mit zahlreichen Nutzern freut sich die Leiterin auch über ein Geschenk, das erst kürzlich am Empfangstresen vorbeirollte. "Diese RT 125 haben wir vom Motorradmuseum als Leihgabe bekommen", sagt Silke Dost. Anlass war der Umzug der Bibliothek in den Westflügel des Schlosses, der fast auf den Tag genau vor 20 Jahren erfolgte. Anlässlich dieses kleinen Jubiläums wurde nun das historische Motorrad überreicht, das sich nach Ansicht der Leiterin sehr gut zwischen den Regalen macht: "Es passt hervorragend zu unserem Sonderthema, das sich mit der Motorradgeschichte befasst."

Fast jede Bibliothek konzentriere sich zusätzlich zum breiten Angebot speziell auf ein Gebiet. Dass es sich im Fall der Zschopauer dabei um die Historie des Fahrzeugbaus handelt, verwundert angesichts der DKW- und MZ-Tradition nicht. Seit zwei Jahrzehnten werden dafür fleißig Bücher, Prospekte und Filme gesammelt. "Nichts wird aussortiert. Wir versuchen einen möglichst vollständigen Bestand herzustellen", sagt Silke Dost - wohl wissend, dass das kaum möglich ist. Schließlich gibt es viele verborgene Schätze und dazu noch Neuerscheinungen, von denen gerade erst wieder zwei eingetroffen sind. "Das große MZ-Buch" von Frank Rönicke gehört nun ebenso zum Repertoire wie "Der letzte Kompressor" von Frieder Bach.

Was Silke Dost allerdings weiterhin vermisst, sind die kulturellen Veranstaltungen. "Ursprünglich hatten wir vor, das Jubiläum unseres Umzugs mit einem kleinen Literaturfest zu feiern", sagt sie. Das wird aber wohl bis 2022 warten müssen, denn es gebe noch viele andere Veranstaltungen nachzuholen. Angebote des Fördervereins wie Lesungen, Dia-Vorträge oder Kabarett seien nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Auch die längste Büchertheke des Erzgebirges soll es wieder geben, sobald es die Abschwächung der Pandemie zulässt.

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