Großolbersdorfer Feuerwehr rückt in vier Minuten aus

Bei der Jahreshauptversammlung lässt Wehrleiter Gottfried Schier die Einsätze von 2016 Revue passieren. Er legt aber auch den Finger in einige Wunden.

Großolbersdorf.

Viele Zahlen hatte der Großolbersdorfer Gemeinde- und Ortswehrleiter Gottfried Schier bei der jüngsten Jahreshauptversammlung in seinem Rechenschaftsbericht parat. Darunter befand sich eine, die erstaunlich ist: "Die Ausrückzeit liegt nachweislich bei unserer Wehr unter vier Minuten - und das ist einfach spitze."

2016 mussten die Feuerwehrleute aus Hopfgarten, Hohndorf und Großolbersdorf bei mehreren Anlässen schnell am Unglücksort sein: Ende Januar gab es einen Arbeitsunfall an einer Maschine in einer Firma an der Heinzebank, am 22. Mai löschte die Wehr den Brand einer Landmaschine in Hopfgarten. Einen Monat später rückte die Wehr nach Hohndorf aus, unterstützt von den Feuerwehren aus Zschopau, Krumhermersdorf und Marienberg. Die Gaststätte Schwarzes Ross, ein Möbelhaus und das Gerätehaus der Hohndorfer Feuerwehr waren betroffen. "An diesem Tag hatten alle Kameraden mit der drückenden Hitze zu kämpfen, sodass es auch ein Kraftakt war, dieses Feuer unter Kontrolle zu bringen und vor allem die in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Gebäude zu schützen", führte Gottfried Schier aus.

Zu zwei schweren Unfällen auf der Heinzebankstraße und auf der B174 wurde die Wehr Großolbersdorf gerufen, aber auch nach Warmbad mussten die Feuerwehrleute ausrücken. "Das war 1.35 Uhr, aber nach vier Minuten sind wir ausgerückt. Auch nachts wird also der Zeitplan eingehalten", sagte der Wehrleiter. In 686 Einsatzstunden waren die Feuerwehrleute im Einsatz. Sie zeigten auch, dass sie nicht nur an der Technik und im Einsatz ihren Mann stehen, denn sie haben umfassende Eigenleistungen am Gerätehaus Großolbersdorf erbracht. Dafür waren die Kameraden 360 Stunden handwerklich tätig. "Noch nie hatten wir Duschen im Gerätehaus, das bedeutete, dass wir immer so, wie wir vom Einsatz kamen, nach Hause gefahren sind. Das wird nun endlich anders." Auch im Feuerwehrsport konnten die Großolbersdorfer glänzen, so siegten die Frauen, die Männer und die Jugend bei den Kreismeisterschaften.


Teils veralteter Fahrzeugbestand bereitet Bauchschmerzen

Viel Positives hatte Gottfried Schier (Foto) über die Arbeit der Feuerwehr Großolbersdorf berichtet. Aber der Gemeindewehrleiter legte auch den Finger in mehrere offene Wunden.

Am 24. Juni 2016 wurde das Gerätehaus der Hohndorfer Feuerwehr restlos zerstört. "Zur Ausschusssitzung der Gemeindefeuerwehr am 2. März haben wir nun die ersten Kostenschätzung vom Planer erhalten. Sicher ist es noch ein langer Weg, bis die Kameraden in ein neues Gerätehaus einziehen können, aber dürften die bürokratischen Hürden in solchen Fällen nicht mal an der kurzen Leine gehalten werden", fragte Gemeindewehrleiter Gottfried Schier.

Große Bauchschmerzen bereitet dem Großolbersdorfer aber auch der zum Teil veraltete Fahrzeugbestand in den Wehren. Ein LF8 Magirus mit dem Baujahr 1968 steht in Hopfgarten. "Der wartet nur auf einen negativen Tüv unter dem Motto ,bis dass der Tod uns scheidet'", sagte Gottfried Schier. Ein weiterer Oldie steht im Gerätehaus Großolbersdorf, ein LO aus dem Jahr 1982. "Man könnte ja sagen: Was sind schon 35 Jahre oder knapp 50 Jahre für Hopfgarten, aber wer fährt im Alltag einen Pkw in dieser Altersklasse. Unsere Löschfahrzeuge dienen der Personenbeförderung, sind aber im Grundsatz für die Erste Hilfe da."

Positives konnte Schier über den Personalbestand berichten: 107 Feuerwehrleute sind in den aktiven Wehren tätig, mit den Jugendfeuerwehren kommt der Gemeindewehrleiter, der am Samstag wieder zum Ortswehrleiter von Großolbersdorf gewählt wurde, auf eine Mitgliederzahl von 201.

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