"Haltepunkt Hopfgarten immer befürwortet"

Die Erzgebirgsbahn und der Verkehrsverbund Mittelsachsen starten einen neuen Versuch - Der Halt wird nicht im Express-Tempo entstehen

Hopfgarten.

Die Zschopautalbahn soll künftig auch in Hopfgarten halten. Bislang schlugen alle Versuche fehl, in dem Großolbersdorfer Ortsteil einen Haltepunkt einzurichten. Nun nehmen die Erzgebirgsbahn und der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) erneut Anlauf. Holk Dohle sprach mit Erzgebirgsbahn-Chef Lutz Mehlhorn über das Projekt.

"Freie Presse": Seit 1866 führt ein Bahngleis durch Hopfgarten, doch gehalten haben hier die Züge nie ...

Lutz Mehlhorn: Der Wunsch der Einwohner von Hopfgarten nach einem Haltepunkt der Bahn in ihrem Ort ist sehr alt. Wir bemühen uns seit 2002, seitdem die Erzgebirgsbahn der DB Regio-Netz GmbH untersteht, um die Einrichtung eines Haltes. Es gab viele Gespräche, ich war mehrmals da, und für 2007 war ein Haltepunkt in Hopfgarten auch optional geplant. Wir haben das stets befürwortet. Die Frage war nur immer: Wer bezahlt das? Die Erzgebirgsbahn kann das Errichten eines Haltepunktes nicht selbst finanzieren, sondern ist auf Fördermittel angewiesen. Gibt es die nicht, gibt es auch keinen Haltepunkt. So wie 2014.

Was war da passiert?

2014 hatten wir erneut Anlauf genommen und eine schriftliche Anfrage an das Wirtschaftsministerium in Dresden gestellt, damals war Sven Morlok noch Minister. Die Förderung scheiterte an der damaligen Finanzierungsverordnung. Diese sah vor, dass es für das Einrichten eines Haltepunktes nur Landesmittel gibt, wenn bestimmte Ein- und Ausstiegszahlen zu erwarten sind. Diese Zahlen wären in Hopfgarten aber zu gering gewesen. So war das Projekt nicht förderungsfähig.

Jetzt nehmen Sie erneut Anlauf.

Im Frühjahr gab der VMS einen Anstoß für einen weiteren Versuch und bat uns, die Sache zu prüfen. Erster Schritt war der Entwurf einer Vereinbarung für alle drei Partner: VMS, Erzgebirgsbahn und Großolbersdorf. Die Vereinbarung sieht vor, dass die Gemeinde 10 Prozent der geschätzten Gesamtkosten von rund 270.000 Euro trägt. Das ist gängige Praxis und war bei den Haltepunkten in Flöha-Plaue oder Olbernhau West auch so. Erst wenn die Vereinbarung unterschrieben ist, können Fördermittel beantragt werden. Mit dem Genehmigungs- und Planungsverfahren können wir erst beginnen, wenn die Zusage vorliegt. Wann die Bahn zum ersten Mal in Hopfgarten halten wird, kann ich deshalb noch nicht sagen.

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