Hilfe fürs Bad: Jugendliche gehen voran

Rund 50 Bürger nahmen am Gespräch über die Zukunft der Freizeitstätte teil. Dabei gab es nicht nur konstruktive Vorschläge.

Borstendorf.

Die Mitglieder des Jugendclubs Borstendorf gehen voran. Sie sind die ersten, die dem Aufruf der Gemeinde gefolgt sind, sich für den Fortbestand des Freibades Borstendorf zu engagieren. "Wir werden den Kiosk betreiben", sagte Jugendclub-Chef Matthias Bender am Dienstagabend bei einer Gesprächsrunde im Bad.

Rund 50 Einwohner aus allen drei Ortsteilen waren der Einladung von Grünhainichens Bürgermeister Robert Arnold (parteilos) gefolgt. Er hofft, interessierte Bürger zu finden, die die Gemeinde in ihrem Bemühen, das Freibad zu erhalten und zukunftsfähig zu machen, unterstützen. Dem Treffen vorausgegangen waren zum Teil hitzige Diskussionen um die geplante Verkleinerung des 50-Meter-Beckens, eine Petition mit 600 Unterschriften gegen das Vorhaben der Gemeinde sowie etliche Versuche der Verwaltung, die Notwendigkeit des Vorhabens darzustellen. Um eine finanziell aufwendige Sanierung des Beckens zu umgehen, soll der Bereich mit den größten bautechnischen Mängeln mit einer Mauer abgetrennt und verfüllt werden. Damit wäre das Schwimmerbecken zwar nur noch 33 Meter lang. Die Anlage würde aber hinsichtlich der Betriebskosten wirtschaftlicher arbeiten.


Für die Gegner der Verkleinerung ein Unding. Sie fordern die Beibehaltung der bestehenden Beckengröße sowie andere bautechnische Lösungen zur Sanierung der nach der Schließung des Grünhainichener Bades im März 2017 einzigen öffentlichen Badestätte der Gemeinde.

Bürgermeister Arnold betonte erneut, dass die Gemeinde alles Mögliche tue, um den Fortbestand zu sichern. Es gebe jedoch keine finanzierbare Alternative. Das Betreiben des Bades sei eine freiwillige Leistung der Gemeinde. "Für 2019 stehen uns 15.000 Euro für Bau- und Erhaltungsmaßnahmen zur Verfügung. Das wird sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern", so Arnold, der erneut auf die Vorteile eines Fördervereins verwies. Die Kommune bleibe zwar Betreiber des Bades und trage auch die Betriebskosten, für einen Förderverein sei es jedoch einfacher, an Fördergeld zu gelangen.

"Ein Förderverein wäre spitze", sagte Jugendclub-Chef Bender, dessen 20-köpfige Truppe den Imbissbetrieb übernimmt. Das personell abzusichern, sei nicht ganz einfach gewesen, sagte der 27-Jährige. Doch wenn es darum gehe, Freizeitmöglichkeiten im Ort zu erhalten, dürfe nichts unversucht bleiben. Falk Weber, seit zwei Jahren Borstendorfer, kündigte ebenfalls an, sich engagieren zu wollen: "Wenn das Becken verkleinert wird, ist das schade. Aber wir wollen ein funktionierendes Bad, auch in zehn Jahren noch. Die Gemeinde steht dahinter, ein Förderverein wäre eine tolle Sache."

Heidi Swigon, Initiatorin der Petition, erklärte sich als einzige Verkleinerungsgegnerin zwar bereit, in einem Förderverein mitzuarbeiten, knüpfte daran jedoch Bedingungen: "Das 50-Meter-Becken muss bleiben, die Gemeinde muss den Verein unterstützen und in Grünhainichen und Waldkirchen für das Bad werben." Regelrecht Unverständnis rief ein weiterer Kritiker hervor. "Alles wegen der scheiß Schule", spielte der Borstendorfer auf den geplanten Schulneubau in Grünhainichen an.

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