Hilfsbereitschaft mit Volksliedern belohnt

Vier Sänger des MDR-Runfunkchors hat es für einen kurzen Auftritt nach Borstendorf verschlagen. Es war das Dankeschön für die bemerkenswerte Aktion einer Hobby-Schneiderin.

Borstendorf.

Eine doppelte Überraschung hat am Freitagnachmittag Sandra Findeisen erlebt. Groß war die Freude der 40-jährigen Borstendorferin, als plötzlich mit Imke Löbner aus Oelsnitz eine gute Bekannte vor der Tür stand. Beide haben einst in Lugau denselben Kindergarten besucht - und ihren engen Kontakt bis heute gehalten. Gerade in Corona-Zeiten stellte das Wiedersehen ein besonderes Erlebnis dar, doch es war noch längst nicht alles. Denn wenig später klingelte es erneut an der Haustür. Diesmal handelte es sich um vier Gäste aus Leipzig, genauer gesagt aus dem MDR-Rundfunkchor. Mit bekannten Volksliedern wie "Wenn alle Brünnlein fließen" rührte das Silcher-Quartett Sandra Findeisen fast zu Tränen.

Die beiden Besuche hatten natürlich miteinander zu tun, denn Imke Löbner wollte ihrer Freundin aus Kindertagen mit dem Lieder-Lieferdienst des MDR ein außergewöhnliches Geschenk bereiten. Anlass dafür war eine Aktion von Sandra Findeisen, die vielen anderen Menschen geholfen hatte. "In fünf Wochen hat sie über 1000 Masken genäht", sagt Imke Löbner über die Kita-Betreuerin aus Borstendorf. "Alles ging mit dem Aufruf einer Klinik los", berichtet diese. "Also habe ich angefangen, aus Bettwäsche Masken zu fertigen", so Sandra Findeisen. Die nötige Erfahrung bringt die vierfache Mutter mit, weil sie vor sechs Jahren das Nähen als nützlichen Freizeitvertreib für sich entdeckte. Kümmert sich die Hobby-Schneiderin sonst an ihrer Maschine um Kleidung für die Kinder, so richtete sie den Fokus nun voll und ganz auf den Mund-Nasen-Schutz.

Als die ersten Masken fertig waren, wollte Sandra Findeisen unbedingt nachlegen. Vor allem in der Zeit in der die Erzieherin der Waldkirchener Kita "Mäuseburg" im Homeoffice war, ratterte fast unaufhörlich die Nähmaschine. "Ich habe einige Nächte fast durchgenäht", erzählt die 40-Jährige, die in dieser Phase nicht vor 1.30 Uhr ins Bett ging. Eine Spendenaktion für das schwerbehinderte Kind eines Freundes spornte sie dabei besonders an. Masken fertigt die Borstendorferin immer noch, allerdings nur noch auf Anfrage, sodass sie sich nicht mehr die Nächte um die Ohren schlagen muss.

Obwohl die Normalität im Alltag der 40-Jährigen zurück ist, haben andere ihre Aktion noch längst nicht vergessen. So wie Imke Löbner, die im Internet vom Lieder-Lieferdienst gelesen hatte. "Als ich mich beim MDR gemeldet hatte, passierte zunächst lange nichts. Dann kam vor wenigen Tagen der Rückruf und alles ging ganz schnell", berichtet die Oelsnitzerin. Sie weihte nur Sandra Findeisens älteste Tochter Yasmin Weber in den Plan ein, die dafür sorgte, dass ihre Mutter zur entsprechenden Zeit zuhause war. Dann klingelte es plötzlich an der Tür.

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