Historische Häuser und Straßen im Fokus

Ohne Gegenstimme hat Wolkensteins Stadtrat den Haushalt 2020 beschlossen. Gelder für Investitionen stehen zwar begrenzt zur Verfügung, sollen aber sinnvoll genutzt werden.

Wolkenstein.

Hatte der Wolkensteiner Finanzhaushalt 2019 noch reichlich 10,5 Millionen Euro umfasst, so liegt er in diesem Jahr bei 6,76 Millionen Euro. "Doch selbst damit befindet er sich noch über dem Durchschnitt, sonst ist er kleiner", sagt Bürgermeister Wolfram Liebing, der in Bezug auf das Vorjahr vor allem auf die Hochwasserschutzmaßnahmen verweist: "Die mussten wir alle abbilden." Nun ist die zwischenzeitlich in den zweistelligen Bereich geschnellte Zahl wieder geschrumpft. Offenbar nahm mit der Summe auch der Diskussionsbedarf ab, denn ohne jegliche Einwände wurde der Haushalt vom Stadtrat bei nur einer Stimmenthaltung abgesegnet.

"Gern hätten wir einen Plan ausgereicht, in dem bei den Investitionen eine größere Zahl gestanden hätte", sagte Liebing. Allerdings könne die Stadt nur solche Projekte angehen, die auch mit einer entsprechenden Förderung einhergehen. Die Fördermittel, die für das laufende Jahr zu erwarten sind, betreffen in erster Linie den Straßenbau. Mit 38 Prozent machen diese Maßnahmen den größten Teil der Investitionen aus. Etwa 20 Prozent der Gesamtsumme sollen in den städtebaulichen Denkmalschutz fließen. "Der Straßenbau und die Innenstadtsanierung sind Hauptaufgaben, denen wir uns auch stellen wollen", so der Bürgermeister.

Zur Verschönerung des innerstädtischen Bereichs zählt Liebing auch die Sanierung des Schlosses, die bereits 2019 begann und weiterhin in vollem Gange ist. Verteilt auf drei Jahre werden bis 2021 knapp 1,7 Millionen Euro in dieses Projekt fließen. Ein riesiger Aufwand nicht nur auf der Baustelle, wie Liebing betont, sondern auch für die Verwaltung. Dennoch befasst die sich nicht nur mit historischen Objekten, sondern auch mit modernen Perspektiven. So wird für die örtliche Grundschule das Digitalpaket auf den Weg gebracht, für das 75.000 Euro vorgesehen sind. Dabei äußerte Liebing, der erst kürzlich wieder mit dem Elternrat zusammen gesessen hatte, allerdings Bedenken. Da eine Digitaltafel allein schon 8000 Euro koste und durch die Nutzung und Wartung weitere Kosten mit sich bringe, werde die genannte Summe wohl kaum ausreichen: "Wir müssen sehen, wie wir es hinbekommen."

Allerdings betonte der Bürgermeister auch, dass die Stadt in der Vergangenheit bei aufkommenden Problemen Lösungen gefunden habe. Außerdem sei es gelungen, mit eiserner Disziplin weitere Schulden zu tilgen. So werde die Pro-Kopf-Verschuldung Ende des Jahres auf 1040,72 Euro sinken. Und das, obwohl es durch vor allem durch veränderte Personalschlüssel viele Veränderungen im Kita-Bereich gab. Dies sei einer der Hauptgründe dafür, dass die Personalaufwendungen in diesem Jahr von 2,43 auf 2,67 Millionen Euro steigen. "Trotzdem wartet die Bürgerschaft auf einiges", sagt Liebing. Und der beschlossene Haushalt soll diesen Erwartungen zumindest in einem gewissen Maße gerecht werden.

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