Hohndorfer Wehr muss nach Brand mit Provisorium leben

Die Ortsfeuerwehr hat im Juni bei einem Feuer im benachbarten Möbelhaus ihr Depot verloren. Nun steht fest, dass es an alter Stelle nicht wieder errichtet werden kann. Das Grundstück wird verkauft.

Hohndorf.

Unter erschwerten Bedingungen arbeiten die 25 aktiven Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Hohndorf. Und das wird wohl noch eine Zeit lang so bleiben. Bei einem erneuten Feuer im Juni im Möbelhaus Vogler an der B 174 ist die Ortsfeuerwehr selbst ein Opfer der Brandkatastrophe geworden. Im benachbarten Depot war die Decke eingebrochen und Löschwasser eingedrungen. Ihre Technik konnten die Feuerwehrleute noch in Sicherheit bringen, der Anbau war nicht mehr zu retten.

Fahrzeuge und Ausrüstung sind inzwischen auf vier Standorte im Ort verteilt. Nach dem Unglück half Schmiedemeister Günther Keilig den Brandschützern mit einer Garage für das Löschauto aus. Ein Mannschaftstransportwagen - das zweite Fahrzeug der Ortswehr - ist nur wenige Meter entfernt in einer weiteren Garage untergebracht. "Das stand schon vor dem Brand dort, weil zwei Fahrzeuge nicht ins Depot hineingepasst haben", erklärt Ortswehrleiter Rocco Schreiter. Büro und Lagerraum befinden sich im Haus der Begegnung am Sportplatz. Sogar den Glockenturm des Schulgebäudes haben die Kameraden in Beschlag genommen. "Dort liegen unsere Ausgangsuniformen", sagt Reichel. Die Hohndorfer Feuerwehrleute haben sich daran gewöhnt, zu improvisieren. Schon bei dem ersten Brand des Möbelhauses im November 2014 war das Depot in Mitleidenschaft gezogen worden. "Seitdem versehen wir im Winter in der Turnhalle am Haus der Begegnung unseren Dienst."

Inzwischen steht nun fest, dass das Depot am alten Standort nicht wieder hergerichtet werden kann. Der Großolberdorfer Gemeinderat beschloss in seiner jüngsten Sitzung, das Grundstück für 5000 Euro an Norbert Vogler zu verkaufen. Der Unternehmer möchte die Fläche Bürgermeister Uwe Günther (Gewerbeverein) zufolge in seine Pläne zum Wiederaufbau des Möbelhauses einbeziehen.

Hauptgrund für den Verkauf ist jedoch, dass es für den Wiederaufbau des Depots am bisherigen Ort nach den geltenden Standards keine Genehmigung mehr geben würde. "Zu wenig Platz, die Ausfahrt ist schlecht, die Bausubstanz zu verbaut", begründete Günther. Vor dem Beschluss hat die Kommune ein Verkehrswertgutachten anfertigen lassen. Die Bauruine sei darin als wertmindernd berücksichtigt worden.

Er habe zwar schon Vorstellungen, an welcher Stelle ein neues Depot errichtet werden könnte, aber das sei alles noch in der Schwebe und nicht spruchreif, sagte Bürgermeister Günther nach der Ratssitzung. Ein neues Depot müsste Platz für zwei Fahrzeuge, die Mannschaftstechnik sowie für Sanitärräume bieten. Vor eineinhalb bis zwei Jahren werde das Gebäude nicht stehen. Der Neubau müsste mit Mitteln aus der Versicherungsregulierung, Fördergeld und Eigenmitteln bestritten werden. Die Schadenssumme beziffert die Versicherung auf 106.000 Euro. Um über die nächsten Winter zu kommen, soll die provisorisch genutzte Garage eine Flüssiggas-Heizung bekommen.

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