Im "Lebensbaum" viele Erfahrungen gesammelt

Von Jugendlichen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren, wurden die Erzieherinnen der Kita in Schlößchen schon oft unterstützt. Diesmal fiel der Abschied allerdings besonders schwer.

Amtsberg.

Die Sonne strahlt, das Essen schmeckt, und auch die vielen umherliegenden Spielgeräte geben eigentlich kaum Anlass zum Trübsal. Und doch geht es an diesem Tag in der Kita des Generationenhauses "Lebensbaum" in Schlößchen nicht so ausgelassen zu wie sonst. Abschiedsschmerz liegt in der Luft, denn Vinzenz Müller ist zum letzten Mal da. "Er wird uns sehr fehlen", sagt Leiterin Steffi Hübl über den 19-jährigen Zschopauer, der an der Einrichtung gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert hat. Während die Mädchen und Jungen wohl noch gar nicht so richtig begreifen, dass sie ihren neuen Freund womöglich nie wieder sehen werden, geht auch diesem selbst der Abschied nahe: "Die Kollegen, vor allem aber die Kinder, sind mir sehr ans Herz gewachsen."

Im Nachhinein erwies sich die schlechte Nachricht, die Vinzenz Müller nach seinem Abitur erhielt, als positiver Anstoß. "Ich hatte mich für ein Lehramtsstudium in Chemnitz beworben, wurde aber nicht genommen", erzählt er. Um sich Orientierungszeit zu verschaffen, kam ihm die Idee eines FSJ. Nur wo? Weil er bereits nach der zehnten Klasse schon einmal ein Praktikum an einer Kita absolviert hatte, schien dieses Betätigungsfeld das richtige zu sein. Und der "Lebensbaum", zu dessen Einweihung Müllers Eltern vor zehn Jahren eingeladen waren, suchte gerade eine solche Hilfe. Der Abiturient, der damals selbst mit vor Ort war, packte diese Gelegenheit beim Schopf.


Im Team der sechs Erzieherinnen fand sich der 19-Jährige sofort zurecht. Auch der Hausmeister und die 32 Kinder waren schon bald seine Freunde. "Zuerst waren sie misstrauisch, aber das war schnell vorbei", berichtet Vinzenz Müller, der die "gemütliche und familiäre Atmosphäre" in der Kita des Amtsberger Ortsteils schnell zu schätzen lernte. Seine schönste Erfahrung war, dass "die Kinder einem viel zurückgeben". Längst weiß er, welche Eigenarten und Vorlieben sie haben. Andersherum ist es ähnlich. Wichtig sei für den 19-Jährigen aber auch gewesen, den Kita-Alltag aus verschiedenen Blickwinkeln zu erleben. Denn der Zschopauer fungierte nicht nur als Betreuer, sondern kümmerte sich auch um Hausarbeiten.

"Sein Meisterstück waren die zwei Wochen, als er allein die Küche geschmissen hat", lobt Steffi Hübl. Sich zu organisieren und Strukturen zu schaffen, sei Vinzenz Müller immer leicht gefallen. Wie alle Jugendlichen, die im "Lebensbaum" ein FSJ absolvierten, überzeugte auch Vinzenz Müller auf ganzer Linie. "Er hat die Erwartungen sogar übertroffen", so die Einschätzung der Leiterin. Sie sei schon gespannt auf den nächsten Helfer, denn das Interesse am FSJ ist groß. Und dass sich das Projekt für alle Beteiligten lohnen kann, wird im Fall von Vinzenz Müller deutlich. "Das Jahr hat mich in meinen Plänen bestärkt", sagt der 19-Jährige, der in wenigen Wochen ein Pädagogik-Studium beginnen wird.

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