Jubiläumstour lockt mehr als 1600 Radfahrer nach Olbernhau

Teilnehmer und Organisatoren haben gestern zur 25. Auflage der Olbernhauer Radtour gleichermaßen ein positives Fazit gezogen. Nur eines war zum ersten Start ungewohnt.

Olbernhau.

Die erhoffte Marke von 1700 Startern ist gestern nicht ganz geknackt worden. Zur 25. Olbernhauer Radtour haben 1619 Hobbyradler ihre Drahtesel an den Start geschoben. Die Ausdauerstrecke wurde von 197 Fahrern in Angriff genommen, beliebteste Route war wiederum die Fitnessstrecke mit exakt 666 Teilnehmern. Auf Platz zwei folgte die Familienstrecke mit 554 Startern. Die Fitness-Plus-Strecke wählten 202 Radsportler.

Beim ersten Startschuss am frühen Morgen herrschten fast ungewohnte Temperaturen. Denn die Teilnehmer der Fitnessstrecke legten bei sechs Grad Celsius auf dem Olbernhauer Gessingplatz los. "Die Sonne wärmte die Luft aber schnell auf", sagte Sören Dähling, der als erster von der längsten Route wieder am Start- und Zielbereich einbog. "Ich bin natürlich kein Rennen gefahren, ich bin Hobbyradler, habe aber den ersten Stopp ausgelassen. Das war mein erstes Mal bei der Olbernhauer Radtour und ich bin begeistert", schwärmte der Chemnitzer, der bereits einen Tag zuvor den Bikemarathon in Chemnitz-Rabenstein absolviert hatte.

Am Nachmittag zogen die Veranstalter schon eine vorläufige Bilanz, obwohl die komplette Auswertung erst am Mittwoch erfolgen soll. "Verletzungen sind mir bis jetzt nicht bekannt, die Absicherung der Strecke durch die deutsche Polizei und ihren tschechischen Kollegen hat am Start sehr gut funktioniert. Aus allen angefahrenen Orten waren die freiwilligen Feuerwehren im Einsatz, die die Fahrer auf Gefahrenstellen aufmerksam gemacht haben", sagte Manuel Würpel vom Verein Olbernhauer Radtour. Er hatte bereits einige Zahlen parat: 2000 Verpflegungsbeutel wurden mit Bananen, Äpfeln, Brötchen und Knackern gefüllt. Für jeden Teilnehmer standen mindestens zwei Liter Getränke - Wasser und Limonade - bereit. Auf jeder Strecke war ein ADAC-Fahrer mit Werkzeug und Flickzeug im Einsatz. Das DRK sichert mit drei Motorrädern und drei Krankenwagen die Veranstaltung ab.

Im Ziel auf dem Gessingplatz erhielten die Teilnehmer ihre Urkunden. Uwe Hähnel musste nur wenige neu ausdrucken, weil Namen bei der Anmeldung falsch geschrieben waren. Torsten Reichel aus Scharfenstein nahm die Ausdauerstrecke als Aufwärmeinheit, denn gestern Nachmittag fuhr er mit Ehefrau Rowena noch eine kleine Runde rund um Gottesgab: "Auf den letzten 20 Kilometern vor Olbernhau hatte ich Krämpfe, da half nur schneller treten und langsamer fahren." Bejubelt wurden Christiane Wolf und Thomas Glöckner. Die Zwönitzerin und der Chemnitzer starteten mit einem Tandem. "Es war schön. Ich konnte mich auf meinen Steuermann verlassen", so die 35-Jährige.


Im Ziel wieder vereint

Alfred Schuster und Großvater Lutz Erler fielen sich in die Arme. Die Tränen kullerten beiden über die Wangen nach diesen aufregenden Stunden. "Ein Junge wartet im Zielraum auf seinen Opa", lautete die Lautsprecherdurchsage. Die Geschichte dahinter berichteten die beiden: "Kurz vor der großen Rast wurden wir getrennt. Dann dachte ich, mein Opa wäre schon weiter gefahren", erzählte Alfred Schuster. Der Großvater wusste wiederum nicht, ob Enkel Alfred vor oder hinter ihm war. Also radelten beide getrennt weiter. Der Achtjährige wurde im Ziel von den Mannen im KTM-Zelt rührend betreut und versorgt. Und dann kam schließlich auch Lutz Erler. Die Freude war riesig. (rickh)


Chef des Anmeldungsteams

Als Frank Ullmann noch jünger war, ist er selbst die Olbernhauer Radtour mitgefahren. Seit 15 Jahren gehört der Olbernhauer zu den Organisatoren, deshalb muss er andere Prioritäten setzen. "Ich bin Chef des Anmeldungsteams, das gleichzeitig die Urkunden ausstellt und verteilt sowie die Präsente zusammenstellt. Dafür ist meine Familie mit den Fahrrädern unterwegs, da werde ich sehr gut vertreten", erklärte der 40-Jährige. Ehefrau Manuela war mit Tochter Ylvie und Sohnemann Felix auf der Familienstrecke unterwegs. "Felix ist zwar erst vier Jahre alt, er war aber nicht zu bremsen und wollte unbedingt mitfahren." Selbst zum Radfahren kommt Frank Ullmann nur während des Urlaubs im Neuseenland. (dit)


Perfekte Trainingseinheit

Für Ina Wente aus Hohndorf kam die gestrige Olbernhauer Radtour genau richtig. Es war eine fast perfekte Trainingseinheit. "Am Freitag starte ich beim Nachtlauf in Dresden. Beim Rennen werden andere Muskelgruppen beansprucht als beim Radfahren, für die Fitness war es aber sehr gut", sagte Wente, deren Ehemann Jens "fremd fuhr". "Er war auf der Familienstrecke mit unserer Nachbarin Andrea Hähle unterwegs, deren Mann Thomas fuhr mit mir die Familienstrecke. Wir waren ein gemischtes Doppel", sagte die 56-Jährige mit einem Schmunzeln. Besonders die Fahrt durchs Schwarzwassertal hat sie als Genuss empfunden. "Die Strecke ist durchweg ansteigend, aber wunderschön!" (dit)

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