Jugendliche planen Renaissance der Discokultur im High-Point

Im Zschopauer Jugendclub wurde einst mehrmals pro Woche eifrig getanzt. Nach jahrelanger Pause wollen einige Gymnasiasten der Tradition mit einer Party neues Leben einhauchen.

Zschopau.

Georg Graebner kennt die Disco im Zschopauer Jugendclub nur vom Hörensagen. Er war noch gar nicht geboren, als Kinder und Jugendliche Anfang der 1990er-Jahre die Tanzfläche im High-Point regelmäßig füllten. Zwischenzeitlich in der Beliebtheitsskala deutlich abgerutscht, könnte diese Form der Freizeitbeschäftigung nun eine Renaissance erleben. Und verantwortlich dafür ist ausgerechnet Georg Graebner, der zusammen mit einigen Mitstreitern am kommenden Samstag ab 20 Uhr in den High-Point zur Kasten-Party einlädt.

Ihren Namen verdankt die Veranstaltung dem Zschopauer Gymnasium. "Wir nennen es den Grünen Kasten", erklärt Graebner, der dort als stellvertretender Schülersprecher fungiert. Zusammen mit seinem "Chef" Janne Epphardt kam der 16-jährige Waldkirchener auf die Idee, für Schüler aus der Motorradstadt und der Umgebung eine spezielle Disco auf die Beine zu stellen. "Es soll eine Abwechslung zur Disco in Lauterbach sein, die derzeit die einzige in unserer Region ist. Sonst muss man ja schon nach Chemnitz oder Stollberg fahren", erklärt er. Um den Bezug zum Gymnasium zu wahren, dessen Schülerrat dieses kulturelle Projekt ins Rollen brachte, entstand der Begriff Kasten-Party - angelehnt an den Spitznamen.

Bei der Suche nach Räumen brauchte Georg Graebner nicht lange zu überlegen. Weil er im Jugendclub High-Point ab und zu Mathias Raschke beim Leiten der Technik-AG unterstützt, kennt er die Bedingungen vor Ort genau. "Wir beschäftigen uns dort manchmal auch mit der Veranstaltungstechnik", sagt der Elftklässler. Vom Mischpult bis hin zu den Boxen sei alles da. "Es gibt dort optimale Bedingungen, sie werden nur nicht genutzt. Und das ist schade", meint Graebner.

Er spielt damit auch auf die Räume an. Denn der große Saal samt Tanzfläche ist immer noch vorhanden. Mitunter wurde er sogar wieder von Karl Richter, der als Nachwuchs-DJ schon die eine oder andere Schüler-Disco erfolgreich über die Bühne gebracht hat, klangtechnisch in Szene gesetzt.

Mit seinem Vorhaben, jetzt auch die Zielgruppe ab 16 Jahren aufwärts anzusprechen, rannte Georg Graebner bei Mathias Raschke offene Türen ein. Der Leiter des Jugendclubs kann sich noch erinnern, wie groß die Disco-Begeisterung kurz nach der politischen Wende war: "Drei Jahre lang herrschte damals Hochzeit. Da gab es mittwochs, freitags und samstags Veranstaltungen. Und auch bei der Schüler-Disco am Donnerstagabend war es immer brechend voll. Doch dann liefen Diskotheken wie die in Drebach oder Weißbach dem High-Point den Rang ab. Andere Aspekte der Kinder- und Sozialarbeit rückten in Zschopau in den Fokus."

Doch nun könnte die Musik inklusive geschmeidiger Bewegungen im Rhythmus des Taktes wieder an Bedeutung gewinnen. "Wir planen schon, die Kasten-Party in regelmäßigen Abständen fortzuführen. Allerdings muss sich die Veranstaltung erst einmal herumsprechen", sagt Georg Graebner. Der Organisator hat sich mit Daniel Rümmler zusätzlich einen Fachmann an Bord geholt. Der DJ aus Dittersdorf ist bei der Premiere am Samstag für die Unterhaltung zuständig.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...