Junge Leute sammeln Ideen für ihren Ort

Ein Projektkoordinator aus Dresden attestiert Grünhainichen, dass dort etwas Nachhaltiges im Entstehen ist. Dafür soll es auch Geld geben.

Borstendorf.

Bürgermeister "on Tour", eine Blühwiese oder doch eine Info-Box? Ideen hat es einige gegeben, die beim dritten Kinder- und Jugendmeeting am Samstag im Grünhainichener Ortsteil Borstendorf die Runde machten. Die Gemeinde ist im Programm "Jugend bewegt Kommune" und darf für die Umsetzung solcher Ideen auf 4000 Euro hoffen.

Mit dem Programm unterstützt die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung nach eigenen Angaben sächsische Kommunen dabei, attraktive Lebensbedingungen für Jugendliche zu schaffen. Dabei stünden die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen selbst im Mittelpunkt. Sie werden bei der Umsetzung eigener Ideen unterstützt.

Jörg Bartusch, Projektkoordinator der Stiftung, und Bürgermeister Robert Arnold haben den jungen Leuten am Samstag zugehört. Letzterem imponiert die Ernsthaftigkeit, mit der diese an die Themen herangehen: "Ob Fasching, Weihnachtsfeiern oder die Naturschutzprojekte, sie bringen sich ein. Diesen Schwung der jungen Leute müssen wir nutzen." Er erinnerte an den Bau von Nistkästen und den Ausbau des Jugendklubs im vergangenen Jahr.

Ein Ergebnis der vielen Diskussionen am Samstag war, dass der Bürgermeister "on Tour" sein wird. "Das wird eine regelmäßig stattfindende Bürgermeisterstunde sein, bei der ich zu markanten Punkten in den Ortsteilen komme. Das genaue Vorgehen muss erst noch besprochen werden", sagte Robert Arnold. Im Gespräch ist zudem eine sogenannte Info-Box, aber auch noch schnellere Kanäle der gegenseitigen Information wie Chatgruppen im Internet.

Die Gruppe der jüngsten Meeting-Teilnehmer wurde personell bestimmt von der Naturschutzgruppe Grünhainichen, die besonders grüne Themen wie eine Blühwiese auf ihrer Agenda hat. "Neben dem Borstendorfer Schwimmbad werden gerade viele Bäume gefällt. Muss das sein", fragte Paula Sophie-Rößler aus Grünhainichen. Robert Arnold: "Sie müssen gefällt werden, weil sie vom Borkenkäfer befallen sind."

Als Idealfall sieht Koordinator Jörg Bartusch das Verhalten der Gemeinde Grünhainichen: "Kinder und Jugendliche müssen das Vertrauen genießen, sich selbst auszuprobieren und ihre Ideen umsetzen zu können. Das gibt es in nicht vielen Orten. Neukirchen bei Chemnitz und Grünhainichen stehen hier exemplarisch." Der Dresdner nimmt etwas in die Landeshauptstadt mit: "Das ist die berechtigte Hoffnung, dass in Grünhainichen etwas Nachhaltiges im Entstehen ist. Etwas zwischen den jungen Leuten und einer Verwaltung, das von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägt ist."


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