Junge Naturforscher leisten Beitrag für das Ökosystem Wald

Der Förderverein Natura Miriquidica hat sich an den sächsischen Waldwochen mit einer Pflanzaktion beteiligt. Die teilnehmenden Kinder lernten dabei viel Wissenswertes über eine nur noch selten vorkommende Baumart.

Ansprung.

Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst haben am Samstagvormittag 300 junge Eiben mit in das zum Forstrevier Ansprung gehörende Schwarzwassertal gebracht. Erwartet wurden die Bäumchen dort schon von 18 Kindern. Sie gehören zum Naturforscherklub des Fördervereins Natura Miriquidica und wollten die Setzlinge in den Boden bringen. "Wir beteiligen uns an den elften sächsischen Waldwochen des Sachsenforstes, um einen Beitrag für das Ökosystem Wald zu leisten und um den Kindern Wissenswertes über die in Mitteleuropa nur noch sehr selten vorkommende Eibe zu vermitteln. Hier im Revier gab es beispielsweise bis zu unserer heutigen Aktion nur ein einziges Exemplar", sagte Diplombiologe Kay Meister, der die jungen Naturforscher begleitete.

"Das Ziel der Waldwochen besteht darin, die Bedeutung des Waldes und seine Nutz-, Schutz-, Erholungs- und Bildungsfunktion öffentlichkeitswirksam darzustellen und auf die umfangreichen Leistungen der sächsischen Waldbesitzer aufmerksam zu machen", erklärte Thomas Köhler vom Forstbezirk Marienberg. Von ihm erfuhren die Kinder auch, dass die ursprünglich in den Bergregionen Deutschlands weit verbreitete Eibe auf der Roten Liste der gefährdeten Arten steht. "Das Holz der Eibe wird seit jeher wegen seiner Härte und Zähigkeit geschätzt. Zum Beispiel wurden im Mittelalter Langbögen aus dem Holz gefertigt. Wahrscheinlich ist also die jahrhundertelange Übernutzung durch den Menschen der Grund für den Rückgang", vermutet Köhler.

Aus Sicht von Kay Meister trägt das Pflanzen der Eiben im Schwarzwassertal zur biologischen Vielfalt des Schutzgebietes bei. "Die Eibe trägt Früchte, die Vögeln als Nahrung dienen. Vögel wiederum sorgen durch das Ausscheiden unverdauter Samen für die weitere Verbreitung der Eibe", sagte der Biologe.

Aufgeteilt in vier Gruppen und jeweils mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern oder Sachsenforstmitarbeitern machten sich die Kinder trotz Temperaturen im Minusbereich voller Elan ans Pflanzen, was sich allerdings nicht ganz so einfach gestaltete: Sträucher, Wurzeln, Steine - es bedurfte einiger Muskelkraft und eines Wiedehopfhaue genannten Spezialspatens, einer Kombination aus Hacke und Axt, um ein Pflanzloch in den Boden zu bringen. "Dort kommt dann der Setzling hinein und wird festgedrückt. Ein vorsichtiges Zupfen an der Spitze zeigt, ob er richtig in der Erde steckt", erklärte der neunjährige Tom Schönfelder aus Rübenau. "Prima, gut gemacht", lobte Thomas Köhler. So ging es für die Teilnehmer von einer zur nächsten Pflanzstelle.


Förderverein engagiert sich vielfältig für den Schutz der regionalen Artenvielfalt

Der Förderverein Natura Miriquidica wurde 2007 gegründet und zählt derzeit etwa 120 Mitglieder.

Der Verein leitet die Umweltbildungsarbeit an der Naturschutzstation Pobershau, betreibt das Haus der Kammbegegnungen in Rübenau als Naturherberge und Umweltbildungszentrum, setzt sich für die deutsch-tschechische Begegnung und Zusammenarbeit ein und engagiert sich vielfältig für den Schutz der regionalen Artenvielfalt.

Die sächsischen Waldwochen des Sachsenforsts finden stets im Frühjahr über einen Zeitraum von etwa drei Wochen statt, 2019 vom 5. bis zum 28. April. Folgende Botschaften sollen vermittelt werden: Wald und Natur stellen lebenswichtige Grundlagen für alle dar und sind deshalb sorgfältig zu behandeln. Produkte und Leistungen der Wälder sichern Lebensqualität und Zukunftsfähigkeit. Naturnahe, nachhaltige Forstwirtschaft sorgt dafür, dass die heimischen Wälder vielen Bedürfnissen gerecht werden.

Um die Öffentlichkeit zu erreichen, finden im Rahmen der Waldwochen verschiedene Aktionen wie Frühjahrspflanzungen, Waldwanderungen und Waldsäuberungsaktionen statt. (faso)

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