Junger Cellist ist stolz auf seine Wettbewerbsleistung

"Jugend musiziert" macht Station in Zschopau: Streicherensembles haben sich in der Kreismusikschule gemessen. Unter den Teilnehmern war auch Benjamin Müller aus Chemnitz, mit seinen sechs Jahren der Jüngste. Ihm zur Seite standen seine Eltern, selbst passionierte Musiker - und auch recht aufgeregt.

Zschopau.

Der Gang vor dem Kammermusiksaal im Haus Zschopau der Kreismusikschule ist gut gefüllt. Aus dem Saal erklingt ab und an Applaus, kurz darauf erscheinen Mädchen und Jungen mit ihren Eltern und Verwandten. Erleichterung ist ihnen anzumerken. Im Kammermusiksaal findet der 57. Regionalwettbewerb von "Jugend musiziert" in der Kategorie Streicherensemble statt.

Unter den jungen Musikern, die aus dem Kammermusiksaal strömen, befindet sich ein ganz junger, denn mit seinen sechs Lebensjahren ist Benjamin Müller das Küken unter den Teilnehmern. Er hat gerade mit drei weiteren jungen Chemnitzern in einem Celloquartett unter anderem "Hey, Pippi Langstrumpf" und das australische Traditional "Kookaburra" gespielt. Die Erwachsenen, die mit den Kindern aus dem Saal kommen, sehen mindestens so erleichtert aus, wie die Kinder selbst.

"Das war ganz okay, ich bin aber schon richtig froh, dass es vorbei ist", sagt Benjamin Müller. Sein Vater Glenn ist passionierter Posaunist, "wenn auch auf Amateurniveau". Eine schlechte Nacht hat die ganze Familie hinter sich. "Natürlich sind wir als Eltern auch aufgeregt", sagt Glenn Müller, Annegret Müller spricht sogar von einer "unchristlichen Zeit für Musiker", zu der sie aufstehen musste. Das sei immerhin schon 6.30 Uhr gewesen, sagt die Berufsmusikerin. Sie spielt Cello unter anderem im Collegium Instrumentale, unterrichtet an der städtischen Musikschule Chemnitz und hat das Programm für das Celloquartett ausgesucht. "Das ist schon anspruchsvoll, auch weil die verwendeten Musiken aus mehreren Jahrhunderten stammen müssen", sagt die Chemnitzerin.

Ebenfalls aus Chemnitz kommt der Juryvorsitzende Henrik Lehmann. Er ist Pianist und sitzt einer insgesamt vierköpfigen Jury vor. "Die Jurymitglieder sollen Musiker sein, aber andere Instrumente spielen und unterrichten, als die zu prüfenden Musiker", erzählt Henrik Lehmann und lobt die Musikschüler. "Wir haben ein ganz hohes Niveau erlebt, das waren ganz beachtliche Leistungen. Ensemblespiel ist etwas Spezielles, man spielt mit anderen zusammen, hört seine Mitspieler und natürlich auch, wenn diese Fehler machen."

Seit drei Jahren lernt Benjamin Müller Cello, sein Bruder Theodor spielt Trompete. Gemeinsam pflegen sie die Hausmusik. "Wir haben unsere Söhne nie unter Druck gesetzt, ein Instrument zu erlernen. Es muss ihnen Spaß machen. Theodor nimmt beispielsweise nicht an ,Jugend musiziert' teil. Das ist seine Entscheidung", sagt Annegret Müller. Fliege und Jackett habe Benjamin noch den ganzen Tag getragen, erzählt Annegret Müller, und außerdem habe er stolz von der Prüfung erzählt und von den 22 Punkten, die "sein" Ensemble erhalten habe.


Ergebnisse

Drum-Set (Pop)

Altersgruppe IB: Malte Fleischer aus Pockau-Lengefeld und Benjamin Krügel aus Annaberg je 23 Punkte und 1. Preis; Aaron-Vincent Knöfel aus Zschopau 20 Punkte und 2. Preis.

Altersgruppe III: Alexander Hentschel aus Zschopau 25 Punkte und 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb; John Heinrich aus Zschopau 20 Punkte und 2. Preis.

Altersgruppe IV: Nela-Marie Seiler aus Pobershau 23 Punkte und 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb, Kevin Macher aus Krumhermersdorf 20 Punkte und 2. Preis.

Gesang

Altersgruppe VI: Anna Saager (Sopran) aus Gelenau, 23 Punkte und 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Holzbläser

Altersgruppe III: Svenja Stöck aus Olbernhau und Lena Münzner aus Lengefeld (Klarinetten), 23. Punkte und 1. Preis mit Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Klavier

Altersgruppe II: Celine Schönherr aus Görsdorf, 18 Punkte und 2. Preis; Armin Reuther aus Herold, 21 Punkte und 1. Preis;

Altersgruppe V: Johannes Klemm aus Wolkenstein, 24 Punkte und 1. Preis, damit Weiterleitung zum Landeswettbewerb.

Streicher-Ensemble

Altersgruppe IA: Charlotte und Isaak Schirge aus Krumhermersdorf (Violinen), 23 Punkte und 1. Preis;

Altersgruppe IV: Veronika Meyer aus Ehrenfriedersdorf gemeinsam mit Aaron Strobel, Marlene Rupf und Clara Helmert aus Chemnitz (alle Violoncello), 22 Punkte und 1. Preis (af)


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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 0
    1
    Interessierte
    05.02.2020

    Da gab es doch auch einen Glenn Miller ...