Kanalbau in Zschopau: 18 Tage bis zur großen Umleitung

Das Projekt des Abwasserzweckverbandes beginnt im Seminargarten. Verkehrseinschränkungen folgen erst später. Doch schon der Tiefbau auf der Wiese hat es in sich.

Zschopau.

Nach einem Jahr Verzug fällt am Montag der Startschuss für den Kanalbau auf der Zschopauer Gartenstraße. Nachdem das Kanalbauvorhaben wegen Streitigkeiten zur Kostenübernahme mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) im Vorjahr auf Eis lag, sollen nun die Bagger rollen. Bei der Submission Ende Januar machte das Unternehmen Scharnagl mit einer Niederlassung in Annaberg das Rennen.

Auftragshöhe für den Abwasserzweckverband Zschopau/Gornau: rund 1,9 Millionen Euro. Beteiligt an dem Projekt sind neben Lasuv weitere Versorgungsträger. Die ersten Arbeiten stehen auf dem Gelände des Seminargartens unterhalb des Gymnasiums an. Deshalb tritt die komplexe Umleitung erst zwei Wochen später am 1. April in Kraft.

Die Baustelle: Der technische AZV- Geschäftsleiter, Lars Brünnel, sprach am Mittwoch von einer wichtigen Baustelle. Der alte, parallel zur Gartenstraße verlaufende Kanal zwischen Anlagenpark und Seminargarten ist marode und stark belastet. Abwässer aus der Innenstadt, von der Waldkirchener Straße sowie aus der Oststadt fließen dort zusammen. Das teilweise begehbare Gewölbe hat mehrere Hundert Jahre auf dem Buckel. Es besteht Einsturzgefahr.

Zunächst gilt es, eine Baustraße von der Gerbergasse etwa 200 Meter durch den Seminargarten zu errichten und Baumschutzvorkehrungen zu treffen. Während dort der Tiefbau beginnt, sind auf der Garten- und Breitscheid-Straße Gas- und Trinkwasserleitungen provisorisch zu verlegen. Den Kanalbau durch den Seminargarten bis zur Kreuzung am Stadtcafé sieht Lars Brünnel als besondere Herausforderung. Dort ist der größte Höhenunterschied zu überwinden und bis zu 6,90 Meter tief zu graben.

Das Lasuv baut die Straße im Zuge des Kanalbaues grundhaft aus. Zudem plant die Stadt einen Gehweg um das Stadtcafé herum bis zur Mauergasse. Bis Ende Juli soll der erste Bauabschnitt bis unterhalb des Parkplatzes Gartenstraße samt Einbindung eines neuen Kanals von der Seminarstraße fertig sein. Danach wird der Sammlerbau in zwei Teilabschnitten auf der Garten- und später auf der Breitscheid-Straße fortgesetzt. Mitte 2020 rechnet der AZV mit dem Abschluss des Projekts. Um den Zeitplan einzuhalten, soll wochentags immer acht bis zehn Stunden gearbeitet werden.

Die Umleitung: Aus Richtung der B 174-Abfahrt Süd kommende Fahrzeuge werden unter die Zschopau-Brücke auf die Johannisstraße geführt. Per Ampelregelung am Schillerplatz kann dann in alle Richtungen abgebogen werden. Fünf Ampeln sollen dort den Verkehr regeln. Fahrzeuge aus der Oststadt gelangen über die Gabelsbergerstraße an der Nexö-Schule vorbei ins Zentrum. Stadtauswärts geht es vorbei an "Steins Park-Eck" auf die Breitscheid-Straße. Um den Verkehr in diese Richtung abfließen zu lassen, wird die Einbahnstraße zwischen Anlagenpark und Schillerplatz aufgehoben. Das Gleiche plant die Verkehrsbehörde auf der Lange Straße zwischen Schillerplatz und Neumarkt. Auf der Würkert-Straße wird die Einbahnstraßenregelung gedreht. Der Parkplatz an der Gartenstraße bleibt noch bis Ende Juli erreichbar. Im zweiten Bauabschnitt von Anfang August bis Ende Dezember trifft das nicht mehr zu.

In der Winterpause werden alle Umleitungen aufgehoben. Start für den letzten Bauabschnitt ist der 23. März 2020. Dann soll der Kanal bis zur Straße An den Anlagen verlegt werden. Die Gabelsbergerstraße bleibt in dieser Zeit in beide Richtungen befahrbar.

Die Vorbereitungen: Nachdem das Projekt in der zurückliegenden Woche etwa 30 direkt betroffene Anwohnern vorgestellt bekamen, folgte am Dienstagabend eine Einwohnerversammlung. Das Interesse blieb mit sieben Gästen unter den Erwartungen der Veranstalter. Dennoch verlief die Präsentation wie geplant. Lars Brünnel ging auf die Historie des Kanals und Gründe für die Erneuerung ein. Planer Birk Peschka erläuterte die anstehenden Maßnahmen. Wilfried Leibling, Sachgebietsleiter des Ordnungsamtes, wies darauf hin, dass alle während der Baumaßnahme in Zschopau geplanten Feste stattfinden.

In Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein bereitet das Innenstadtmanagement eine Marketingaktion vor. Dazu werden an Ausfallstraßen Werbebanner platziert. Diese weisen darauf hin, dass trotz des Kanalbaues alle Geschäfte geöffnet und erreichbar bleiben, so der Vorsitzende des Gewerbevereins, Robert Hähnel. Zudem sollen Hinweisschilder den Weg in die Innenstadt und zu den Parkplätzen weisen. Die Banner und Schilder sponsern Robert Hähnel zufolge Geschäfte der Innenstadt und die Mitglieder des Gewerbevereins.

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