Kartoffelernte wie anno dazumal

Im Ambrossgut wurde der landwirtschaftlichen Geschichte auf den Grund gegangen. Erdäpfellese inklusive.

SCHÖNBRUNN.

Einen Einblick in das Arbeitsleben der Bauern im Erzgebirge vor mehr als 200 Jahren haben am Sonntag die Besucher der internationalen Begegnungsstätte Ambrossgut in Schönbrunn bekommen. Dort hatte der Förderverein des Landwirtschaftsmuseums zum Kartoffelfest eingeladen. Nach dem Erntedankgottesdienst in der kleinen Kirche gegenüber eröffnete der Schönbrunner Posaunenchor auf der Hofbühne das Herbstfest, bei dem in diesem Jahr wieder mehr als 1000 Gäste begrüßt wurden.

Neben Führungen durch die Scheunen des historischen Vierseitenhofes, auf dem mit der Landwirtschaft verbundenes Handwerk wie Schauschmieden und Holzbohren zu sehen war, wurde in diesem Jahr erstmals auch die hofeigene Apfelernte verarbeitet. Besonders die Kinder interessierten sich für die historische und fast 100 Jahre alte Fruchtspindelpresse, mit der unter großem Kraftaufwand der vitaminreiche Saft den Früchten entzogen wurde und zum Verkauf bereitstand.

Ein Höhepunkt des Kartoffelfestes war jedoch wieder die Knollenernte auf dem Feld unterhalb der alten Streuobstwiese. Mit seinem 22 Pferdestärken starken Deutz Baujahr 1938 zog Konrad Bauer den Kartoffelroder durch die Zeilen und wurde von "Erntehelfern" verfolgt, die ihre Taschen und Beutel mit der Sorte Afra für den Hausgebrauch füllten. Die alte, aber immer noch funktionstüchtige Technik hat der Schönbrunner 1970 mit dem Kauf des Bernhard-Meyer-Gutes im Ort übernommen.

2005 gab es das erste Kartoffelfest auf dem Ambrossgut. "Damals war das hier noch eine große Baustelle", erinnert sich Konrad Meyer, Vorsitzender des Fördervereins.

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