Kicker beweisen auch auf der Baustelle ihren Teamgeist

Seit Jahren mussten die Fußballer des FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach im örtlichen Sportlerheim mit engen Verhältnissen auskommen. Um bessere Bedingungen zu schaffen, packen sie nun selbst zu.

Drebach.

Was ein Subbotnik ist, weiß Kai Engelhardt noch genau. "Zu meiner Berufsschulzeit musste ich samstags auch immer mit ran", erzählt der Vereinsvorsitzende des FV Krokusblüte Drebach/Falkenbach. Betriebe hätten zu DDR-Zeiten jene unbezahlten Arbeitseinsätze angeordnet, die ihren Ursprung in der Sowjetunion hatten. Obwohl die Freiwilligkeit von der kommunistischen Partei stets hervorgehoben wurde, hielt sich die Begeisterung in Grenzen, wie Engelhardt aus eigener Erfahrung weiß. Trotzdem hat der 48-Jährige dieser einst ungeliebten Tradition in Drebach nun neues Leben eingehaucht: Jeden Samstag - auf Russisch Subbota - treffen sich die Krokusblüte-Fußballer, um gemeinsam das örtliche Sportlerheim zu sanieren.

So sehr die Arbeitseinsätze auch an den Subbotnik erinnern: Die Einstellung der daran Beteiligten hat nichts mehr mit der von früher zu tun. "Die Vereinsmitglieder ziehen gut mit, es ist ein Ausnahmeprojekt in der Region", sagt Engelhardt voller Stolz. Ihm ist es gelungen, die Leute an seiner Seite von einer kühnen Idee zu überzeugen. Statt sich über mangelnden Platz in den Kabinen oder das Alter der Sanitäranlagen zu beschweren, wollte der Vereinsvorsitzende etwas daran ändern. Als die Mietwohnung im Obergeschoss des Sportlerheims frei wurde, nutzte er die Gunst der Stunde. Es war der perfekte Zeitpunkt, um eine Sanierung dieses kommunalen Objekts anzustoßen.

"Es gab durchaus Phasen, in denen ich mich gefragt habe, ob alles zu stemmen ist", gesteht der 48-Jährige. Doch Mut und Elan waren stärker als die Zweifel. Ausschlaggebend war, dass der Verein nicht nur über sportliche Kompetenzen verfügt. "Es gibt in unseren Reihen viele Experten für verschiedene Bereiche", sagt Engelhardt. Dachdecker und Klempner gehören ebenso zur kickenden Drebacher Zunft wie Maler und Fliesenleger. Diese Kräfte galt es nur noch zu bündeln. Als Steuerberater konnte auch Engelhardt selbst sein Wissen und seine Stärken ins Spiel bringen. Er stellte ein finanzielles Konzept auf die Beine, mit dem er auch den Gemeinderat überzeugte. Das Schlüsselwort bei der insgesamt rund 110.000 Euro teuren Sanierung lautet Eigenleistung. An die 1200 Arbeitsstunden sollen absolviert werden, um den Anteil des Vereins am Projekt zu stemmen.

"Auch über Spenden und Sponsoren kommen etwa 10.000 Euro zusammen", sagt Engelhardt, der auf diese Unterstützung angewiesen ist. Schließlich werden die Kosten zu einem großen Teil, aber nicht komplett gefördert. Zu den 53.000 Euro aus der investiven Sportförderung der Sächsischen Aufbaubank kommen 30.000 Euro der Gemeinde sowie 3000 vom Ortschaftsrat. Dass eventuelle Restkosten im Anschluss noch finanziert werden müssen, will der Initiator nicht ausschließen. Doch auch wenn der für September anvisierte Abschluss coronabedingt nicht eingehalten werden kann, so ist Engelhardt doch guter Dinge. Spätestens bis Jahresende sollen die Arbeiten über die Bühne gegangen sein. Das Dach wurde schon erneuert. Auch die Kabinen für Gäste und Schiedsrichter, der Sanitärbereich sowie das Vereinsbüro nehmen Form an. Sie entstehen dort, wo sich einst die Wohnung befand. Dem Umbau des Untergeschosses, in dem die FVK-Kicker ihre Kabinen haben, widmet sich der "Subbotnik" erst noch.

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