Kletterer stürzt mehrere Meter in die Tiefe

Wie durch ein Wunder verletzte sich der Mann nur am Sprunggelenk. Die Retter vermuteten zunächst Schlimmeres.

Wolkenstein.

Großeinsatz in Wolkenstein: Mehrere Feuerwehren, darunter der Buchholzer Bergbau- und Höhenrettungszug, Polizeibeamte und zwei Helikopter waren Samstagnachmittag an der Bergung eines Kletterers beteiligt. Der 35-Jährige ist beim Abseilen an der Zentralwand mehrere Meter in die Tiefe gestürzt.

Zunächst wurde erwogen, den in der Wand hängenden Mann abzuseilen oder mit entsprechender Ausrüstung hochzuziehen, berichtet Wolkensteins Bürgermeister Wolfram Liebing, der bei dem Einsatz dabei war. Beide Optionen habe der Notarzt verworfen. Weil der Verdacht auf Beckenbruch bestand und die Belastung so gering wie möglich gehalten werden sollte, kam ein zweiter Hubschrauber zum Einsatz, der den Verletzten aus der Luft barg, so Liebing. Das Zusammenspiel der Rettungskräfte habe gut funktioniert, fügt er hinzu. Dies zeige einmal mehr, wie wichtig die Arbeit der freiwilligen Feuerwehren ist.

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Der Kletterer liegt zurzeit in der Uniklinik Dresden. "Ihm geht es den Umständen entsprechend gut. Wie durch ein Wunder hat er nur einen Bruch des Sprunggelenks zu beklagen", sagt sein Kletterpartner, der nicht namentlich genannt werden will. Beide waren auf der "Wintermärchen"-Route unterwegs, die mit Grad 7 im mittleren Schwierigkeitssegment einzuordnen ist. Beim Abseilen habe der Mann die Kontrolle verloren und sei über mehrere Absätze etwa 20 Meter nach unten gestürzt, am Ende habe ihn ein Baum gebremst. "Er blieb erst bewusstlos liegen. Ich habe ihn mehrfach angesprochen, bis er wieder zu sich kam", sagt der Kletterpartner, der sofort den Rettungsdienst rief. Kurze Zeit später kam ein Rettungswagen. "Weil zunächst alles auf innere Verletzungen hindeutete, forderte der Notarzt einen Hubschrauber an. Der erste hatte allerdings keine Seilwinde dabei, woraufhin ein zweiter Hubschrauber angefordert wurde", so der Kletterpartner. Knapp drei Stunden nach dem Sturz wurde der Verletzte ausgeflogen.

Als Unfallursache nennt die Polizei die falsche Bedienung des Abseilgerätes. Der Kletterpartner geht dagegen zusätzlich von einem Materialschaden aus. "Das Seil ist an einer Seite gerissen. Es kann sein, dass es an den scharfen Kanten der Wand aufgerieben wurde", erklärt er.

In Wolkenstein kommt es immer wieder zu Kletterunfällen. Der letzte ereignete sich im Juli vergangenen Jahres. Rund zehn Meter war ein Mann in der Wolfsschlucht in die Tiefe gestürzt. Rund 60 Rettungskräfte waren an der Bergung beteiligt. Auch dieser Mann hatte Glück im Unglück. Er verletzte sich beim Sturz lediglich am Fuß. (mit mae)

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