Krippen bieten Vielfalt in allerlei Hinsicht

Sie stammen aus mehreren Epochen und Ländern. Ebenso machen die unterschiedlichen Arten der Herstellung die Exponate der neuen Ausstellung in Weißbach so interessant.

Weißbach.

So richtig weiß Günter Müller gar nicht, wo er anfangen soll, wenn er über die aktuelle Ausstellung in der Weißbacher Kreuzkapelle erzählt. Dies liegt einerseits daran, dass dort mehr Krippen zu sehen sind als anfangs geplant. "Ausgegangen sind wir von 25 Stück. Nun sind es 41Exemplare geworden. Dazu kommen noch mehrere Spieldosen", erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, der die Idee für diese Krippen-Ausstellung hatte. Neben der Zahl der Exponate findet Müller andererseits auch deren Vielfalt so beeindruckend. Schließlich ist die Schau nicht nur in zeitlicher Hinsicht breit gefächert, sondern auch was die Herkunft der Krippen und die Art der Herstellung angeht.

"Diese hier stammt aus Bethlehem und wurde aus Ölbaumholz geschnitzt", erklärt der 68-Jährige und zeigt auf eins der etwas größeren Ausstellungsstücke. Noch massiver kommt das Ensemble in einer anderen Ecke daher. "Diese Keramikfiguren sind bis zu 40 Zentimeter hoch", sagt Müller über diese aus Portugal stammende Krippe. Doch Ehrenpreise für die weiteste Anreise würden beide nicht erhalten, denn es gibt da ja noch eine Krippe aus Tansania, die auch am kommenden Wochenende noch in der Kreuzkapelle zu sehen sein wird. Der Weißbacher Heimatverein pflegt zwar keine direkten Kontakte in solch entfernte Länder, kann sich aber bei seinen Veranstaltungen auf die Mithilfe der Bevölkerung verlassen. "Viele Amtsberger haben uns für die Ausstellung ihre Krippen zur Verfügung gestellt", berichtet Müller, der sich sogar über Leihgaben aus Einsiedel und Zschopau freuen darf.

Nicht alle haben ihre kleinen Kunstwerke gekauft oder geschenkt bekommen. Einige legten selbst Hand an. So wie Lokalmatador Uwe Beier, der dieser Tradition einen modernen Anstrich verleiht. Seine Figuren stellen eher abstrakte Kunst dar und bestehen aus kleinen Holzklötzen und -kugeln. Sie sind gerade erst fertig geworden und bilden somit die jüngste Krippe der Ausstellung. Die älteste ist dagegen über 100 Jahre alt. "Grulicher Krippen wurden bereits ab Ende des 18. Jahrhunderts gebaut", so Müller. Mit einfachsten Mitteln sei damals im gleichnamigen Ort im Adlergebirge gebastelt worden: Neben Holz kamen Pappe und Papier zum Einsatz.

Neben Holz, Keramik, Ton und Papier sind in der Schau aber noch ganz andere Materialien zu bestaunen. "Einige Figuren wurden auch gehäkelt und gestrickt", erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, der mit der Premiere dieser Ausstellung an eine bereits bestehende Weihnachtstradition anknüpft. Schließlich konnten Besucher von Weißbach in diesem Winter bereits zum fünften Mal den Krippenweg beschreiten. Auf einer Länge von 6,5 Kilometer waren dort an 36 Stationen interessante Krippen zu sehen. Einige befinden sich nun auch in der Kreuzkapelle, viele andere Exemplare sind neu dazu gekommen. "Wir wollten auch denjenigen eine Chance bieten, die nicht auf dem Krippenweg vertreten waren", erklärt Müller, der am kommenden Samstag und Sonntag jeweils von 13 bis 18 Uhr noch einmal auf möglichst viele Besucher hofft.


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