Krokuswiesen für großen Besucherandrang gerüstet

Zahlreiche Gäste wollen Drebachs Blütenpracht bestaunen. Obwohl es sich um ein Naturschauspiel handelt, ist viel organisatorische Arbeit nötig.

Drebach.

Wenn Manja Tittlowitz in diesen Tagen aus dem Fenster ihres Wohnhauses schaut, geht ihr das Herz auf. Ihr Garten ist übersät von Krokussen, die zu dieser Jahreszeit fast alle Drebacher Wiesen in Beschlag nehmen. Für viele Nachbarn rückt die Blütenpracht in den Hintergrund, sobald sie sich zur Arbeit begeben. Im Fall von Manja Tittlowitz spielen die Krokusse dagegen auch im Berufsalltag eine wichtige Rolle. Schließlich ist sie als Mitarbeiterin des Drebacher Hauptamtes für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

"Los geht es immer schon gegen Ende des vorhergehenden Jahres", erklärt die Drebacherin: "Es melden sich Reiseunternehmen, die Ausflüge planen und dafür Kataloge erstellen." So richtig heiß läuft das Telefon aber erst Ende Februar. Am anderen Ende der Leitung sind dann oft Menschen aus etwas Regionen mit einer etwas milderen Wetterlage. "Ich hatte zum Beispiel schon Leute aus Dresden am Apparat, wo die Blüte deutlich zeitiger beginnt", berichtet Manja Tittlowitz. Statt nur auf die Homepage der Gemeinde zu verweisen, die täglich mit Infos aktualisiert wird, geben sie und die anderen Mitarbeiterinnen der Gemeinde gern Auskunft über den Stand der Dinge. "Es gibt ja auch viele ältere Leute, die kein Internet haben."

Christoph Ulrich

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Zunächst müssen die Anrufer stets vertröstet werden. "Die Krokusse brauchen zweistellige Plusgrade zum Aufblühen", erklärt Manja Tittlowitz. Dank ihres eigenen Gartens hat sie Stolz sowie ein gutes Gespür entwickelt, was die Drebacher Wappenpflanze angeht. "Diesmal könnte es eine relativ kurze Blüte werden", sagt sie. Zwar lugten schon vor drei Wochen die ersten zarten Blüten hervor, "aber das Wetter war sehr wechselhaft". Vergangenen Sonntag bot sich erstmals ein schönes Bild, fürs anstehende Wochenende sieht es noch besser aus. Womöglich könnte das aber angesichts der Wetterprognosen bereits der Höhepunkt sein. "Im Schnitt herrscht an drei Wochenenden Betrieb", sagt die Gemeindemitarbeiterin, die die Hoffnung auf eine längere Blüte nicht aufgibt. Schließlich haben Drebachs Krokusse mitunter auch zu Ostern die Massen fasziniert.

Um den Besucherandrang zu koordinieren, setzt sich Manja Tittlowitz im Vorfeld stets mit den Vereinen des Ortes zusammen. Sie helfen, die extra eingerichteten Parkplätze zu betreuen. "Und die Feuerwehr packt beim Markt mit zu, auf dem Händler ihre Stände aufbauen", ergänzt die Drebacherin. Die Gemeinde sei auch diesmal für den Ansturm gerüstet. Und das will was heißen, denn insgesamt verteilen sich die Krokusse auf sieben Hektar - auch im Garten von Manja Tittlowitz.

 

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