Kühnhaide wird seinem Ruf wieder einmal gerecht

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Erneut war der Marienberger Ortsteil der kälteste Ort Deutschlands. Doch es geht noch mehr, kann Peter Weiße aus seinen Aufzeichnungen berichten.

Kühnhaide.

Kühnhaide, seit 2003 Ortsteil der Bergstadt Marienberg, gilt spätestens seit dem 12. Februar 2012 als der kälteste bewohnte Ort Deutschlands. Damals registrierte Peter Weiße an seiner Wetterstation direkt am Boden minus 34,4 Grad Celsius, in zwei Metern Höhe waren es minus 33,1 Grad Celsius. Diese Werte sind bisher zwar noch nicht wieder erreicht worden. Immerhin sank das Quecksilber am frühen Sonntagmorgen an der auf dem Grundstück befindlichen Wetterstation von Jörg Kachelmann aber auf minus 28,4 Grad Celsius. Direkt am Boden waren es gar minus 32,2 Grad Celsius. Die Station befindet sich in einer Talsenke am Schwarzen Teichbächel auf etwa 720 Metern über dem Meeresspiegel.

Damit ist der Monat Februar bisher etwas zu kalt, wie Peter Weiße feststellt. Laut seinen Wetteraufzeichnungen, die bis ins Jahr 1980 zurückreichen, liegt das langjährige Mittel bei minus 3,1 Grad Celsius.

"Aktuell haben wir minus 4,5 Grad Celsius, allerdings ist der Monat ja noch nicht vorbei", sagt der 59-jährige, der den vergangenen Monat Januar im Vergleich als zu warm bezeichnet: Minus 3,8 Grad Celsius als Durchschnittstemperatur stehen minus 2,5 Grad Celsius im Jahr 2021 gegenüber. Ebenso sei es im Dezember gewesen, der 4 Grad Celsius zu warm war und daher eher als Frühling denn als Winter durchgeht, so Peter Weiße. Neben den Temperaturen misst und registriert er täglich unter anderem auch die Niederschlagsmenge. "Die ersten beiden Monate des Jahres waren niederschlagsreich. Beispielsweise fielen im Januar 105 Millimeter Niederschlag, was deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre von 66 Millimetern liegt", sagt der Kühnhaider Wetterbeobachter.

Rückblickend stuft Peter Weiße das Jahr 2020 als zu warm ein. Das lag, wie er sagt, weniger an einem heißen Sommer, sondern eher am zu milden Winter. "Insgesamt lagen wir mit 6,9 Grad Celsius ganze 2 Grad Celsius über dem Mittelwert", erklärt er und verweist auf eine weitere Besonderheit des Jahres 2020, die auf eine Erwärmung hindeutet: Erstmals gab es in Kühnhaide im keinen Monat, dessen durchschnittliche Monatstemperatur negativ war. "Allerdings hatten wir hier in jedem Monat, auch im Juli und August, mindestens einen Frosttag", erklärt Peter Weiße.

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