Kultfahrzeuge aus DDR-Zeiten treffen auf schnittige Amerikaner

Zwei Chemnitzer wollen ihr Oldtimertreffen am Zschopauer Multizentrum zur Tradition werden lassen. Hoffnung weckt dabei das Osterwochenende, das internationales Flair bot.

Zschopau.

Als wäre die Zeit um einige Jahrzehnte zurückgedreht worden: So kam es Besuchern des Multizentrums Zschopau am Wochenende vor, denn zahlreiche Kultfahrzeuge aus DDR-Zeiten waren dort zu bestaunen. Zu den Wartburgs, Trabis, Simson-Mopeds und MZ-Maschinen gesellten sich sogar drei Fahrzeuge der damaligen Nationalen Volksarmee (NVA). "Der Ural und die Tatra-Zugmaschine waren schon echte Hingucker", berichtet Wolfgang Linke, der dieses Oldtimertreffen zusammen mit Frank Seelig organisiert hatte.

Schon im vergangenen Oktober hatten die beiden Chemnitzer eine ähnliche Veranstaltung auf die Beine gestellt. Waren damals 450 Oldtimer dabei, so stieg die Zahl der Teilnehmer diesmal sogar auf rund 500. "Es ist am Wachsen", sagen die Organisatoren, die in ihr Treffen einen Teilemarkt integriert hatten. Damit kennen sich die Händler von Ostalgie-Fahrzeugteilen aus. "Ich fahre mit meinem mobilen Laden vom einen Oldtimertreffen zum nächsten", erzählt Frank Seelig. Doch in dem 59-Jährigen und seinem acht Jahre älteren Freund reifte irgendwann die Idee, eine eigene solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

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Wo sie ihr Projekt umsetzen wollten, war für die beiden Chemnitzer schnell klar. "Das alte MZ-Werk in Zschopau ist ein Standort mit riesiger Tradition. Es bietet außerdem viel Platz", so Seelig. Unterstützung erhielten er und sein Partner von der Stadt, dem Multizentrum und sogar dem Schloss Augustusburg, das eine kleine Hütte zur Verfügung stellte. Um die großen Verpflegungsstände brauchten sich die Gastgeber nicht zu kümmern. "Dafür haben wir Experten. Man lernt sich bei den vielen Treffen kennen", sagt Wolfgang Linke. Auch unter den Oldtimer-Fans habe sich das Treffen rasch herumgesprochen.

Sogar internationales Flair wurde am alten MZ-Werk geboten - und das gleich in zweierlei Hinsicht. Da war zum einen die Technik, die nicht nur aus der DDR, sondern vor allem auch aus den USA stammte. So war beispielsweise Udo Bemman mit seinem 1990er-Dodge Dynasty nach Zschopau gekommen. "Das Heck ist einzigartig", sagt der Chemnitzer, der alte Fahrzeuge vor allem für ihr Design liebt: "Heutzutage ist das alles nur noch Einheitsbrei." Damit meint er auch Motorräder. Also war Bemman froh, auch viele historische MZ-Maschinen zu sehen, von denen eine sogar den weiten Weg aus Holland auf sich genommen hatte. "Wir hatten auch einen Engländer dabei", berichtet Frank Seelig, der mit der Resonanz am Samstag zufrieden war. Er hofft allerdings, dass bei den künftigen Treffen - geplant sind sie zu Ostern und im Herbst - noch mehr Teilnehmer kommen. Schließlich gehe es auch um einen guten Zweck, denn ein Teil der Teilnahmegebühr sowie Spenden kommen krebskranken Kindern in Chemnitz zugute.

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