Lachwandern: Hoffentlich ansteckend

Eine Freibergerin kombiniert Wandern und Lachyoga und stößt damit auf Resonanz. Das verbessert nicht nur die Stimmung.

Freiberg.

Dehnen, Atmen und vor allem Lachen - schon von weitem hört man die Gruppe der Lachwanderer um Romy Einhorn im Freiberger Stadtwald. Mal werden Lachcocktails gemischt oder Lachpillen genommen, mal trägt die Lachtrainerin gemeinsam mit den Teilnehmern eine erheiternde Verjüngungscreme auf - der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Die Freibergerin organisiert Lachwanderungen.

"Je mehr du lachst, desto leichter fällt es dir, ins Lachen zu kommen", sagt Einhorn. Beim Lachen - egal, ob natürliches oder simuliertes Lachen - werden Glückshormone ausgeschüttet, und der ganze Körper kommt in Bewegung. In Verbindung mit der kontrollierten Atmung und dem Wandern an der frischen Waldluft sollen so Blockaden gelöst und das Immunsystem gestärkt werden. "Ich fühle mich richtig befreit. So einen Lachanfall wie vorhin hatte ich schon lange nicht mehr", sagt eine Teilnehmerin der Lachwanderung.

Nach einer Erwärmung mit ersten Lachern hier und da beginnt die etwa einstündige Wanderung durch den Stadtwald. An mehreren Stationen gibt es Lachyoga-Übungen. Zwischen den Stationen kommen die Teilnehmer ins Gespräch, es herrscht eine herzliche Stimmung.

Schon nach kurzer Zeit lässt sich teilweise nicht mehr zwischen simuliertem und natürlichem Lachen unterscheiden. "Lachen braucht keine Sprache. Es aktiviert Lebensfreude, die Gedanken gehen ins Positive, und das Immunsystem wird gestärkt", sagt Einhorn.

Auch für Team-Events werde sie regelmäßig gebucht, da gemeinsames Lachen neue Energien erzeugt, so die 53-Jährige. Je mehr Menschen gemeinsam lachen, desto schneller stecken sie sich gegenseitig zum Lachen an, sind sich die Trainerin und die Teilnehmerinnen einig.

Romy Einhorn hat in Konstanz eine Ausbildung zur Humor-Trainerin absolviert. Mit Lachyoga hat sie vor vier Jahren begonnen, bildet selbst auch neue Lachyoga-Trainer aus. Hauptberuflich ist sie seit mehr als 20 Jahren im Comedy-Bereich mit ihren eigenen Programmen tätig.

Termine: Die nächsten Lachwanderungen finden am 10. November, 8 und 16 Uhr statt. Der Treffpunkt ist jeweils an der Brückenstraße in Freiberg, Ecke Claußallee und die Teilnahme kostet 5 Euro. Um Voranmeldung unter Telefon 0172 3423437 oder per Mail unter romy-einhorn@web.de wird gebeten. Da Romy Einhorn aufgrund von Corona zwischenzeitlich keine Kurse und Wanderungen anbieten konnte, hat sie Online-Angebote geschaffen, beispielsweise Videochats. Diese kostenlosen Angebote hat sie beibehalten. Weitere Informationen gibt es im Internet unter der Adresse www.romyeinhorn.de


"Jeder kann lachen"

Diplom-Psychologin Karin Matko ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der TU Chemnitz. Sie erklärt die Wirkung von Lachyoga. Ähnlich wie Yoga, ist auch Lachyoga bisher kaum wissenschaftlich erforscht. Die wenigen vorhandenen Studien deuten jedoch auf einen positiven Effekt hin. "Lachyoga kann generell gegen Depressionen und physiologischen sowie psychologischen Stress wirken", so Matko, auch ein positiver Einfluss auf andere Maße der Gesundheit zeichne sich ab. Der Tenor der Forschung: Lachen kann - beispielsweise in Form von Lachwandern - eine Psychotherapie unterstützen und ist eine sinnvolle präventive Maßnahme. Gibt es dennoch Menschen, die nicht simuliert lachen können? "Ich denke schon, dass das jeder kann", so Matko, "manche Leute lachen mehr, manche weniger, bei manchen geht es schnell, bei anderen dauert es länger. Dann bedarf es etwas Ermunterung." (emg)

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