Langer Lauf findet gutes Ende

Reno Werner ist von Weißwasser nach Großrückerswalde zu Fuß unterwegs gewesen. Der Grund: ein Dankeschön.

Großrückerswalde.

Der 91. Platz, den Reno Werner aus Weißwasser am Freitagabend beim siebten Gassenlauf in Großrückerswalde erlief, spielt für den 33-Jährigen eine untergeordnete Rolle. Es ist das Gesamtpaket, das zählt: Reno Werner war vor dem Lauf bereits eine Woche zu Fuß unterwegs, hatte in dieser Zeit laufend eine Strecke von rund 270 Kilometern in sieben Etappen von Weißwasser nach Großrückerswalde zurückgelegt. Der Gassenlauf selbst aber war es, der den ehemaligen Drogenabhängigen an den Ort zurückbrachte, an dem er zweimal sechs Monate im Institut Für Gesundheit und Bildung, der Fachklinik für Abhängigkeitskranke, verbracht hatte.

Durch das Laufen, das er als eine der Therapieformen intensiv betreibt, hat er es vor vier Jahren geschafft, aus dem Teufelskreis der Drogen herauszukommen. Seine Aktion soll ein Dank an seine Therapeuten und seine Eltern sein. Zudem trafen sich am Samstag die ehemaligen Klienten der Flugschule, und Reno Werner wollte unbedingt mit dabei sein.

Am Freitagmittag standen Therapeuten, Mitarbeiter und Klienten Spalier, als Reno Werner und seine Freunde Robert Füger und Jörg Fischer eintrafen, die ihn über die 270 Kilometer begleitet hatten. "Wir waren gerührt und überwältigt und hätten nie mit so einem tollen Empfang gerechnet. Es war einfach toll", erzählt Reno Werner, der zur Zeit eine Ausbildung zum Erzieher absolviert.

"Die sieben Tage waren schon hart, wir sind täglich etwa acht Stunden gelaufen. Auf Bundesstraßen, durch den Wald, über Wiesen, Fahrrad- und Schotterwege." Dabei gab es trotz Landkarten und GPS- Gerät zwei bis drei Situationen, in denen sich die drei Männer verliefen und umkehren mussten. Reno Werners Knie schmerzte nach einigen Kilometern, die Beine taten weh, und die Füße brannten, aber ans Aufgeben hätte keiner gedacht. "Da war der Wille einfach zu stark. Wir wollten es uns und allen zeigen, die an uns glaubten. Außerdem haben uns die vielen schönen Erlebnisse immer wieder Auftrieb gegeben", erzählt Reno Werner. So seien sie einmal spontan zu einem Kaffee eingeladen worden. Bereitwillig halfen ihnen Familien, ihre Drei-Liter-Trinkwasserkanister zu füllen. In Freiberg hätte es ein sehr schönes Erlebnis gegeben, als Reno Werners Schwester sie überrascht hat.

Susann Herischek, Mitarbeiterin des Instituts für Gesundheit und Bildung, hat mit ihrem Team ständig Kontakt zu dem Trio gehalten. "Wir sind außerordentlich stolz, dass die drei diesen langen harten Weg auf sich genommen haben, um ein Zeichen zu setzen unter dem Motto ,Gemeinsam Laufen gegen Drogen', sagte sie. Reno Werner und seine Freunde wollen die Aktion 2017 wiederholen. "Vielleicht schließen sich da noch andere an", hofft der Lausitzer.

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