Leeres Versprechen? Anwohner fühlen sich im Stich gelassen

Bewohner in Streckewalde haben auf die Sanierung der Zufahrt zu ihren Häusern gehofft. Und sich dabei auf das Wort der Verwaltung verlassen. Doch nun herrscht statt Freude nur Ernüchterung.

Streckewalde.

Es ist ein kleiner, unscheinbarer Weg, der zu den Grundstücken 26 bis 28 an der Bergstraße in Streckewalde führt. Doch die Aufregung über die Zufahrt ist groß unter den Anwohnern im Großrückerswalder Ortsteil. Sie fühlen sich im Stich gelassen - von der Verwaltung und dem Bürgermeister. Und erheben schwere Vorwürfe.

Der etwa 150 Quadratmeter große Weg zu den Häusern von Roswitha Göldner, Jim Stieglitz und Thomas Stephan ist seit jeher unbefestigt, ausgespült vom Regen. "Wir haben sogar das Problem, dass bei starken Niederschlägen uns das Wasser ins Haus läuft", sagt Thomas Stephan. Was sich die Bewohner wünschen? Eine ordentliche Zufahrt zu ihren Grundstücken. Und sie hatten durchaus Hoffnung. Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Gemeinde gemeinsam mit dem Erzgebirgskreis und dem Abwasserzweckverband die Bergstraße sanieren lassen will. Veranschlagte Kosten: rund 170.000 Euro.

Die drei Anlieger sowie ein weiteren betroffener Nachbar hätten sich daraufhin schriftlich an die Gemeindeverwaltung gewandt - mit der Frage, ob im Zuge der Arbeiten auch das Teilstück der Bergstraße zu ihren Häusern mit erneuert wird. "Wir haben vom Bauamt mündlich die Zusage bekommen", erklärt Roswitha Göldner. Doch die Freude darüber ist mittlerweile der Ernüchterung gewichen.

Im Juli und August dieses Jahres ist das Bauprojekt realisiert worden. Die Bergstraße hat eine neue Deckschicht erhalten. Nur auf der Zufahrt hat sich bis heute gar nichts getan. "Während der Bauarbeiten wurde uns mitgeteilt, dass der Bereich doch nicht mit gemacht wird. Nicht in diesem Jahr und wahrscheinlich sogar nie", ärgert sich Jim Stieglitz.

"Plötzlich hieß es, dass sich bei unserer Zufahrt um einen Wald- oder Feldweg handelt, eine Asphaltierung deshalb nicht vorgesehen ist und wir als Anwohner in der Pflicht wären, eine Instandsetzung selbst zu bezahlen", kritisiert der Familienvater. Seine Nachbarin habe beim Bürgermeister nachgehakt. "Er hat mir einfach nur gesagt: In der Gemeinde stünden andere Aufgaben an", ist Roswitha Göldner maßlos enttäuscht, dass das Wort nicht gehalten wurde.

Bürgermeister Jörg Stephan (CDU) hingegen will von einer mündlichen Zusage der Verwaltung nichts gewusst haben: "Davon ist mir nichts bekannt." Im Straßenbestandsverzeichnis der Gemeinde sei die Zufahrt als öffentlicher Feld- und Waldweg eingetragen. Die Gemeinde sei daher nicht dafür verantwortlich, den Bereich der Bergstraße zu sanieren. "Da öffentliche Feld- und Waldwege von der Gemeinde nicht instand gesetzt werden, obliegt es den Anwohnern, dies in Eigeninitiative selbst zu gestalten", antwortet Jörg Stephan auf Anfrage von "Freie Presse". Das bedeutet im Umkehrschluss nichts anderes als: Die Anwohner müssten einen Ausbau privat finanzieren.

Für Jim Stieglitz und seine Nachbarn ist diese Aussage ein Schlag ins Gesicht: "Wir wären schon zufrieden, wenn der öffentliche Weg nicht asphaltiert, sondern wenigstens in Ordnung gebracht wird. . Das aus der eigenen Tasche zu bezahlen, ist aber einfach nicht möglich."

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