Linke mobilisiert gegen Voith-Schließung

161 Unterschriften haben Mitglieder des Ortsverbandes auf dem Zschopauer Markt gesammelt. Und es sind noch weitere Aktionen geplant.

Zschopau.

Die Bereitschaft der Leute zu unterschreiben sei sehr groß, sagt Norbert Staffa und zeigt auf die Listen. 161 Menschen haben bisher unterschrieben. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Linken-Ortsverbandes Zschopau und Umgebung war Staffa am Freitag auf dem Markt der Motorradstadt unterwegs, um Unterschriften gegen die geplante Schließung des Voith-Werks zu sammeln. Besonders junge Leute habe man nicht lange bitten müssen, berichtet der Hohndorfer. "Sie haben gleich zum Stift gegriffen." Die Verweigerungsrate habe nur bei etwa zehn Prozent gelegen, so Staffa weiter: "Vor allem Ältere waren frustriert und sagten, ihnen habe früher auch keiner geholfen."

Mit der Schließung des Zschopauer Voith-Standortes des weltweit tätigen Unternehmens würden 85 Arbeitsplätze verloren gehen. "Die letztendliche Deindustrialisierung ist in Zschopau im Gange. Nachdem der einst bedeutende Industriestandort nach 1989 in der Bedeutungslosigkeit versank, versucht man gegenwärtig, auch die Reste wegzufegen", sagt Lothar Kühn, der Vorsitzende des Linken-Ortsverbandes Zschopau und Umgebung und Initiator der Aktion.

Die Listen mit den Unterschriften sollen politischen Mandatsträgern mit der Bitte übergeben werden, die Werksschließung abzuwenden. Zur Stadtratssitzung am 4. Dezember soll so auch Zschopaus Oberbürgermeister Arne Sigmund die Listen erhalten. Zudem seien weitere Aktionen gegen die Voith-Schließung geplant, kündigt Norbert Staffa an. So sollen am 30. November Protestveranstaltungen der IG Metall in Chemnitz und Zschopau stattfinden. Zur jüngsten Stadtratssitzung hatte schon Jürgen Hetzner (Linke) für eine Resolution des Gremiums gegen die Schließung des Standortes geworben. Bürgermeister Arne Sigmund (parteilos) kündigte darauf an, ein entsprechende Vorlage vorzubereiten.

Im Oktober hatte der Technologiekonzern mitgeteilt, bis Ende 2020 unter anderem den Produktionsstandort im MZ-Altwerk mit 85 Beschäftigten zu schließen. Künftig solle es weniger und dafür größere, leistungsstärkere Standorte geben, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, begründet der Konzern den in der Antriebstechnik-Sparte geplanten Umbau. Rund 230 von etwa 5600 Arbeitsplätzen sollen gestrichen, weitere 370 an andere Standorte verlagert werden.

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