Liste umfasst 1307 Unterschriften

Im Kampf gegen den geplanten Windpark in Weißbach hat die Bürgerinitiative ein weiteres Zeichen gesetzt. An den Gemeinderat wurde ein dicker Hefter übergeben.

Amtsberg.

Gerüchte zum geplanten Windpark im Amtsberger Ortsteil Weißbach sprießen in verschiedene Richtungen. Als auf der betroffenen Anhöhe in Richtung Gelenau vergangene Woche ein Bagger und Transporter mit großen Kabeltrommeln aufkreuzten, befürchteten manche Anwohner den plötzlichen Baubeginn. Allerdings handelte es sich dabei nur um Arbeiten eines Energieträgers, der alte Oberleitungen ersetzt. Die bereits beschlossene Umsetzung des Projekts entspricht ebenso wenig der Realität wie die Vermutung, dass die Freiberger Firma Sabowind ihr Vorhaben abgeblasen hat. Auch dieses Gerücht hatte die Runde gemacht, weil es monatelang keine Neuigkeiten gab.

"Im Landratsamt liegt weiterhin keine Anfrage vor", sagte auch Bürgermeister Sylvio Krause während der Gemeinderatssitzung am Montagabend. An deren Ende bekam er dennoch von Michael Schubert einen dicken Hefter mit 1307 Unterschriften in die Hand gedrückt, denn Schubert und seine Mitstreiter aus der Bürgerinitiative "Gegenwind Amtsberg" trauen dem Frieden nicht so recht. Dass derzeit nichts aus Freiberg zu hören sei, bedeute nicht, dass nichts passieren werde. "Der Druck ist da, jetzt erst recht", sagt Schubert angesichts der weltweiten Debatte über Klimawandel und alternative Energien.

Die Gefühlslage der Amtsberger, die sich nicht generell der Windkraft entgegenstellen, sondern den Abstand der geplanten Anlage zum Wohnbereich für zu gering halten, liegt zwischen Hoffen und Bangen. "Wir gehen davon aus, dass Politiker wie Michael Kretschmer ihre Versprechen auch halten", sagt zum Beispiel Kerstin Geyer, nachdem sich der sächsische Ministerpräsident bei seinem Besuch in Amtsberg für einen größeren Abstand ausgesprochen hatte. Andererseits ist auch den Mitgliedern der Bürgerinitiative klar, dass wegen des Klimawandels die Suche nach alternativen Energiequellen intensiviert wird.

Verschnaufen wollten Michael Schubert und Co. daher nicht allzu lange. "Nach der Urlaubspause sind wir wieder durchs Dorf gezogen", berichtet der Amtsberger. Die vor dem Sommer begonnene Unterschriftensammlung sollte erweitert werden. "Dabei ergaben sich viele interessante Gespräche. Nicht jeder hat unterschrieben, aber wir haben gemerkt, dass 80 bis 90 Prozent der Bürger nicht für dieses Projekt sind", so Schubert. Durch die Aktion soll diese nach Meinung nach außen getragen werden. Von der Firma Sabowind war auf Anfrage der "Freien Presse" zu erfahren, dass es "derzeit keinen neuen Sachstand" gebe.

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